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Ticketverkauf in Südafrika «Herkules-Aufgabe»

Frankfurt/Main (dpa) - 03.03.2010, 10:46 Uhr

Horst R. Schmidt (l) bezeichnet den WM-Ticket-Vorverkauf als Herkules-Aufgabe.
Horst R. Schmidt (l) bezeichnet den WM-Ticket-Vorverkauf als Herkules-Aufgabe.

Der Verkauf der restlichen 700.000 Tickets für Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist aus Sicht von FIFA-Experten eine «Herkules-Aufgabe».

100 Tage vor dem Anpfiff des Eröffnungsspiels setzen die Organisatoren des Ausrichterlandes nun auf das Engagement der Gastgeberstädte, der Provinzen und von Wirtschaftsunternehmen, sagte FIFA-Berater Horst R. Schmidt vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Dienstagabend in Frankfurt/Main. Die Kommunen und die Wirtschaft sollten durch den Kauf von Eintrittskarten und deren Verteilung unter Bürgern und Mitarbeitern für die erhoffte große Kulisse sorgen. Außerdem starte demnächst der Ticketverkauf am Schalter, der erfolgversprechender sei als der Handel über das Internet.

«Die bisherigen Zahlen sind ernüchternd», sagte Schmidt auf einer Veranstaltung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Insgesamt gibt es drei Millionen Tickets, die dem Veranstalter 300 Millionen US-Dollar (rund 240 Millionen Euro) in die Kassen spülen sollen. Erst beim Verkauf aller Karten hätten die südafrikanischen Ausrichter ihr wirtschaftliches Ziel erreicht. «Es wäre so wichtig, dass Profit im Land bleibt», meinte Schmidt mit Blick auf den angestrebten Langzeit-Effekt der WM. Die GTZ engagiert sich im Land unter anderem mit einem Projekt für jugendliche Freizeit-Fußballer und dem Aufbau eines regionalen Busverkehrs.

Zugleich kritisierte Schmidt Äußerungen von Bayern Münchens Clubchef Uli Hoeneß, der die Vergabe der Spiele an Südafrika als Fehler angeprangert hatte. Die Äußerungen hätten in dem Gastgeberland mehrere Tage lang hohe Wellen geschlagen. Sie würden dem Stolz und den Anstrengungen der Afrikaner nicht gerecht.

Keine Sorge macht sich Schmidt um die Sicherheit der deutschen Nationalspieler während der WM-Endrunde. Die Spieler seien bei ihrem Aufenthalt im und außerhalb des Trainingslagers unter dem Sicherheitsschirm der südafrikanischen Polizei. Wer die WM besuchen wolle, könne noch genügend Hotels und Flüge buchen. Eine Woche bei der Weltmeisterschaft dürfte mit 2500 bis 3000 Euro zu Buche schlagen, meinte Schmidt.


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