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Für Südafrika: 27 WM-Teams testen Form und Spieler

Stuttgart (dpa) - 02.03.2010, 17:47 Uhr

Englands Trainer Fabio Capello beantwortet Journalisten-Fragen.
Englands Trainer Fabio Capello beantwortet Journalisten-Fragen.

Frankreich trifft auf Spanien, die Niederlande auf die USA: Genau 100 Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft testen fast alle Mannschaften noch einmal ihre Form und einige Spieler.

Der 3. März ist für 27 von 32 WM-Teilnehmern deshalb so wichtig, weil er der letzte Testspieltermin vor der Nominierung der vorläufigen Aufgebote Mitte Mai ist. «Abgerechnet wird im Juni. Aber ich kann jetzt noch ein neues System ausprobieren und die vier, fünf Spieler finden, die unseren Kader in Südafrika komplettieren werden», sagte Italiens Trainer Marcello Lippi vor der Partie gegen Kamerun.

Deutschlands WM-Gruppengegner Ghana hat einen solchen Test bitter nötig. Trainer Milovan Rajevac sucht noch immer die richtige Mischung aus jenen Spielern, die die Qualifikation geschafft haben, und den Talenten, die im Oktober U-20-Weltmeister wurden. Für das Spiel in Bosnien-Herzegowina berief der Serbe gleich fünf Profis, die im Januar beim Afrika Cup noch nicht zum Kader gehörten. Dazu zählen neben Sulley Muntari von Inter Mailand auch Hoffenheims Prince Tagoe und der ehemalige Kölner Derek Boateng (FC Getafe).

Serbien tritt in Algerien gleich mit fünf Spielern aus der 1. oder 2. Bundesliga an: Gojko Kacar (Berlin), Neven Subotic (Dortmund), Zdravko Kuzmanovic (Stuttgart), Zoran Tosic (Köln) und Antonio Rukavina (1860 München). Der dritter deutsche WM-Gegner Australien spielt in der Qualifikation zur Asienmeisterschaft gegen Indonesien.

Frankreichs Nationalteam will im Prestigeduell mit Spanien einen Stimmungsumschwung im Land erzeugen. Nach den schwachen Leistungen in der WM-Qualifikation «herrscht in ganz Frankreich Pessimismus», wie die Zeitung «Le Parisien» am Dienstag schrieb. Beim Vize-Weltmeister kehrt Franck Ribéry ins Team zurück, beim Europameister Fernando Torres. Beide fehlten zuletzt wegen ihrer Verletzungen. «Wir sind scharf auf die Franzosen. Vor allem, weil sie uns bei der letzten WM ausgeschaltet haben», sagte der Stürmerstar vom FC Liverpool.


Ähnlich pikant ist der Abend für England und Weltmeister Italien. Der Test der Briten gegen Ägypten steht noch immer im Zeichen der Affäre von Verteidiger John Terry mit der Ex-Freundin seines Kollegen Wayne Bridge. Die Engländer laufen in London zum ersten Mal mit Steven Gerrard als neuem Kapitän auf, da Terry die Binde im Zuge dieser Seifenoper abgeben musste. Trainer Fabio Capello bat die Fans darum, den Star des FC Chelsea nicht auszupfeifen. «Was er privat gemacht hat, war nicht gut. Aber was auf dem Feld passiert, ist etwas anderes», sagte er. Schwieriger, als einen Kapitän zu finden, ist für Capello die Suche nach einem WM-tauglichen Linksverteidiger: Bridge erklärte seinen Verzicht auf das Turnier, Ashley Cole hat sich den Knöchel gebrochen. Den stattdessen berufenen Stephen Warnock (Aston Villa) und Leighton Baines (Everton) fehlt internationale Erfahrung.

Die Personalsorgen der Italiener und Schweizer sind noch größer. Lippi fehlen Gianluigi Buffon, Fabio Grosso, Mauro Camoranesi, Vincenzo Iaquinta, Alberto Gilardino und Gianluca Zambrotta. «Bis Juni werden wir diese Spieler wieder dabei haben. Italien war immer da, wenn es darauf ankam», sagte der Trainer trotzig. Um mögliche Alternativen für die WM zu testen, nominierte er weithin unbekannte Spieler wie Andrea Cossu (Cagliari) oder Leonardo Bonucci (Bari). Milans Alessandro Nesta konnte er dagegen nicht zu einem Comeback überreden. «Er hat mir gesagt, dass er sich nicht in der Lage fühle», sagte Lippi. «Das tut mir leid. Ich wollte ihm einen Schubs geben.»

Auch für den schweizer Trainer Ottmar Hitzfeld hat das Spiel gegen Uruguay eher den Charakter eines Sichtungslehrgangs. Für die verletzten Diego Benaglio, Alex Frei, Benjamin Huggel, Blaise Nkufo und Philippe Senderos möchte er Talente wie Jonathan Rossini, Davide Chiumiento oder Xherdan Shaqiri aufstellen. «Es ist wertvoll für mich, zu sehen, wie sich die Neuen auf dem Spielfeld und in der Gruppe bewegen», sagte Hitzfeld.

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