Anti-Doping-Papier der WM-Teams - Angst vor Arznei
Sun City (dpa) - 22.02.2010, 14:42 Uhr
Die FIFA will bei allen WM-Teilnehmern unangekündigte Doping-Kontrollen vornehmen.
Das Anti-Doping-Papier haben alle 32 Teilnehmer unterzeichnet, doch die FIFA fürchtet bei der WM in Südafrika verschleierte Dopingfälle durch afrikanische Arzneimittel. «Wir müssen gestehen, dass wir nur über eingeschränktes Wissen verfügen, aber einige lokale Kräuter können durchaus stimulierend wirken», sagte Michael D'Hooghe, der Vorsitzende der FIFA-Medizin-Kommission, während eines WM-Workshops im südafrikanischen Sun City. Das Problem: Die Substanzen sind nicht nachweisbar und stehen nicht auf der Doping-Liste der verbotenen Mittel. «Das ist ein Thema für die Welt-Anti-Doping-Agentur», befand D'Hooghe. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 11. Juli rechnet der Belgier ohnehin nicht mit positiven Tests. Alle 32 Team- Ärzte der WM-Teilnehmer hätten das Anti-Doping-Strategiepapier des Weltverbandes FIFA unterzeichnet. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Arzt dieses Dokument unterschreibt und seinen Spielern dann doch verbotene Substanzen verabreicht», sagte D'Hooghe. 1994 habe es bei einer WM den letzten Dopingfall gegeben (durch den aktuellen argentinischen Nationaltrainer Diego Maradona) - «und diese weiße Weste wollen wir bewahren», betonte der FIFA-Experte.
Um dieses Ziel zu erreichen hat der Verband während der dritten Internationalen Konferenz über Fußball-Medizin in Sun City in der Nähe des WM-Spielortes Rustenburg allen Mannschaftsärzten seine umfassende Anti-Doping-Strategie präsentiert. Vom 22. März an werden alle Nationalteams in ihren Heimatländern oder in Trainingslagern von Kontrolleuren besucht. Dabei müssen acht Spieler pro Team Urin- und Blutproben abgeben. «Wir nehmen den Kampf gegen Doping sehr ernst», sagte der medizinische Chef-Koordinator Jiri Dvorak. Auch bei Freundschaftsspielen sollen unangemeldete Tests durchgeführt werden. «Am Ende sind es wahrscheinlich mehr als 300 Proben», meinte Dvorak. Während der WM werden nach jeder Partie zwei Spieler pro Mannschaft zur Dopingkontrolle gebeten. Die Proben werden anschließend in einem Labor in Bloemfontein ausgewertet. «Wir werden sehr strikt kontrollieren und unsere bedingungslose Strategie gegen Doping fortsetzen», sagte Dvorak. Der Mediziner verwies auf die geringe Zahl an Dopingfällen im Fußball. Mehr als 33 000 Proben seien in den vergangenen Jahren genommen worden und nur 0,03 Prozent davon positiv gewesen, erläuterte der Schweizer.
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