Jordaan: Hoeneß' WM-Kritik beruht auf Vorurteilen
Hamburg (dpa) - 08.02.2010, 14:22 Uhr
Der Chef des Organisationskomitees Danny Jordaan bei einer Pressekonferenz in Johannesburg.
Die Kritik von Bayern Münchens Clubchef Uli Hoeneß an der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika beruhte nach Ansicht des Chefs des nationalen WM-Organisationskomitees auf Vorurteilen. «Uli Hoeneß war noch nie in Südafrika, das ist sein Problem. Woher will er denn wissen, wie es hier zugeht?», sagte Danny Jordaan der «Frankfurter Rundschau». Er werde Hoeneß daher wohl zur WM einladen. «Vielleicht über Franz Beckenbauer.» Hoeneß hatte die Vergabe der Fußball-WM nach Südafrika als «eine der größten Fehlentscheidungen» von FIFA-Präsident Joseph Blatter bezeichnet und zugleich angekündigt, nicht zum Turnier ans Kap zu reisen. «Ich war nie ein großer Freund von einer WM in Südafrika oder überhaupt in Afrika, solange Sicherheitsaspekte nicht zu 100 Prozent geklärt sind», hatte Hoeneß kürzlich Münchner Zeitungen gesagt.
Jordaan entgegnete, es gebe viele Vorurteile über Afrika. Fußball- Anhänger müssten sich keine Sorgen machen. «Fest steht jedenfalls: Wenn die Fans zu uns kommen, werden sie sicher sein», sagte Jordaan. Und ergänzte: «Wer zur WM nach Johannesburg, Kapstadt oder Durban kommt, wird die Südafrikaner als hilfsbereit und freundlich erleben. Ich hoffe, dass es dann nicht mehr heißt, in unserem Land gebe es vor allem Kriminalität und man könne nicht auf die Straße gehen, ohne ausgeraubt zu werden. Das stimmt nämlich einfach nicht.» Auch in Deutschland habe es durch die WM 2006 einen Imagewechsel gegeben. «Niemand hat den Deutschen zugetraut, gute Partys zu feiern.» Jordaan wehrte sich erneut gegen Negativ-Schlagzeilen, wonach die Ticket-Verkäufe für das WM-Turnier nur schleppend laufen. «Das stimmt nicht.» Insgesamt hätten Deutsche in den ersten beiden Verkaufsrunden 32 185 Karten gekauft. In der dritten Runde kämen noch einmal 9600 hinzu. «Man darf die WM in Südafrika nicht mit einer in Europa vergleichen, sondern mit der vorletzten in Japan und Südkorea. Da stehen wir im Vergleich gut da», sagte Südafrikas «Mister WM 2010».
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