Medien: Portugal-Coach schlug auf Journalisten ein
Lissabon (dpa) - 07.02.2010, 14:01 Uhr
Carlos Queiroz wird in Warschau von Journalisten befragt.
Der portugiesische Fußball-Nationaltrainer Carlos Queiroz hat Medienberichten zufolge auf dem Flughafen in Lissabon auf einen Journalisten eingeprügelt. Wie die Sportzeitung «Record» schreibt, habe Queiroz den bekannten Fernseh-Kommentator Jorge Baptista mit Faustschlägen attackiert. Dieser soll sich mit Tritten gewehrt haben. Zuvor habe es im VIP-Bereich einer portugiesischen Fluglinie hitzige Diskussionen zwischen den beiden gegeben. Augenzeugenberichten zufolge wurden die Streithähne von Umstehenden getrennt, bevor Stewardessen die Polizei riefen. «Er wollte mit Beleidigungen Eindruck bei den Umstehenden schinden (...) und hat mich dann am Ohr getroffen», sagte der Journalist, der auch für den Weltverband FIFA arbeitet. Offenbar prangerte Queiroz die TV-Kritiken von Baptista an und warf diesem «Undankbarkeit» vor. Der Trainer soll Baptista vor Jahren einen Job beim Nationalverband FPF besorgt haben. Queiroz räumte lediglich eine «Rempelei» ein.
Beide Männer bestiegen nach dem Zwischenfall eine Maschine nach Warschau, wo sie der Auslosung der Qualifikationsgruppen zur EM 2012 beiwohnen wollten. Der 56-jährige Trainer steht nach der holprigen WM-Qualifikation in der Kritik. Die Portugiesen schafften nach mehreren Patzern erst im Play-Off den Sprung zur WM nach Südafrika. Der Trainer entschuldigte sich laut Medien beim Nationalverband FPF. Verbandsboss Gilberto Madail sprach dem Coach sein «volles Vertrauen» aus. «Ich denke, das war einfach ein Missverständnis zwischen zwei Männern, die sich seit 20 Jahren kennen. Man bereite sich auf die WM vor und ein solcher Zwischenfall werde «auf keinen Fall dem Image der Nationalelf schaden».
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