Meister Girondins Bordeaux kommt im französischen Fußball nach einem erneuten Patzer immer mehr ins Schlingern. Nach der überraschenden 2:4-Schlappe bei Stade Rennes bleiben die «Marineblauen» nach dem 23. Spieltag zwar mit 48 Punkten weiter Tabellenführer der Ligue 1.
Der Vorsprung auf Aufsteiger HSC Montpellier schmolz aber innerhalb von nur drei Wochen von zehn auf magere drei Zähler. Die Südfranzosen schaffte durch den 2:0-Sieg bei US Boulogne den fünften «Dreier» in Folge und festigten den zweiten Platz. «Die Spannung ist wieder hergestellt», freute sich am Sonntag das Fachmagazin «France Football» in seiner Online- Ausgabe. Der Neuling kann derweil sein Glück nicht fassen. «Wir sind im siebten Himmel», jubelte HSC-Coach Rene Girard.
Bordeaux geriet in Rennes durch Treffer von Sylvain Marveaux (4.) und Jimmy Briand (17.) schnell in Rückstand. Nach dem 0:3 durch Ismael Bangoura (48.) schafften die Gäste vor 28 000 Zuschauern durch Yoan Gouffran und Wendel zwar den Anschluss. Doch Asamoah Gyan zerstörte mit einem Kontertor in der 78. Minute die letzten Hoffnungen der Girondins. Zu allem Übel erlitt Mittelfeldmann Alou Diarra eine Oberschenkelverletzung, die seinen Einsatz im Champions- League-Achtelfinale bei Olympiakos Piräus infrage stellt. «Wir haben einfach zu viele individuelle Fehler gemacht», klagte Gäste-Trainer Laurent Blanc, der als designierter Nachfolger des umstrittenen Nationaltrainers Raymond Domenech gilt.
Beim Tabellenvorletzten Boulogne hatte Montpellier mit seiner gewohnt sicheren Abwehrreihe kaum Probleme. Die Tore von Souleymane Camara (26.) und des Kolumbianers Victor Hugo Montano (90.+2) waren die logische Folge der taktischen Überlegenheit der Gäste. Weniger Glück hatte der Tabellendritte OSC Lille (41 Punkte), der in Nizza nicht über 1:1 hinauskam.