Italiens Fußball-Rekordmeister Juventus Turin droht der Absturz ins Mittelmaß. Nach dem 1:1 bei Kellerkind AS Livorno rückt der als Minimalziel ausgegebene Champions League-Platz in weite Ferne. «Wir machen einfach zu viele Fehler», klagte Juves neuer Trainer Alberto Zaccheroni.
Der vor gut einer Woche für den abgesetzten Ciro Ferrara geholte «Zac» kam auch in seinem zweiten Spiel als Juve-Coach nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Mannschaft ist verunsichert, die Fans enttäuscht und die Presse gnadenlos: «Juve ganz, ganz klein», titelte der «Corriere dello Sport». Das Turiner Sportblatt «Tuttosport» spottete: «Da ist die Jugend-Mannschaft ja besser!»
In der 26. Minute war Juve durch Antonio Filippinis Treffer in Rückstand geraten. «So darf man kein Tor kassieren», ärgerte sich Zaccheroni, dessen Laune sich erst nach dem Ausgleichstor von Nicola Legrottaglie (42.) besserte. In den letzten acht Minuten der Partie mussten die Turiner nach einer Gelb-Roten Karte gegen Felipe Melo in Unterzahl spielen. «Wir sind langsam und berechenbar», gab der Ex- Bremer Diego zu. Auch mit sich selbst ging der Mittelfeldspieler hart ins Gericht: «Ich muss mehr tun», räumte der Brasilianer ein.
Mit 35 Punkten liegt Juve nun weit abgeschlagen hinter Spitzenreiter Inter Mailand (49) auf Platz sechs. Zaccheroni hat die Hoffnung auf ein Comeback des Top-Clubs jedoch nicht aufgegeben: «Wir werden uns wieder fangen», versicherte der 56-Jährige.