«Kataloniens Kennedy»: Laporta geht in Politik
Madrid (dpa) - 04.02.2010, 13:39 Uhr
Joan Laporta wird auch «katalanischer Kennedy» genannt.
Auf sportlichem Gebiet hat Joan Laporta mit dem FC Barcelona fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nun strebt der Clubchef des Champions-League-Siegers und spanischen Fußball-Meisters nach Höherem. Der 47 Jahre alte Anwalt, der wegen seines charmanten Lächelns auch «katalanischer Kennedy» genannt wird, wechselt in die Politik und will Kataloniens Regierungschef werden. «Ich habe bei Barça unter Beweis gestellt, dass ich eine Regierung führen kann», sagte Laporta. «Ich gehe in die Politik, weil ich selbst regieren will.» Aber damit nicht genug: Laporta hat es sich zum Ziel gesetzt, Katalonien von Spanien abzutrennen und die Region zu einem unabhängigen Staat zu machen. Sein Mandat als Barça-Präsident läuft im Juni aus. Nach zwei Amtszeiten darf er nicht erneut kandidieren. Nun will Laporta sich an die Spitze der in zahlreiche Gruppen aufgesplitterten Bewegung für die Unabhängigkeit Kataloniens setzen.
Aus seinen politischen Überzeugungen hatte er nie einen Hehl gemacht: «Als Barça-Präsident habe ich keine Parteipolitik betrieben. Aber ich habe den Verein immer als ein Mittel betrachtet, die Interessen und Freiheiten Kataloniens zu verteidigen», betonte Laporta. Der Clubchef hielt seine Profis an, die katalanische Sprache zu erlernen. Im vorigen Jahr unterstützte er symbolische Volksabstimmungen über die Unabhängigkeit Kataloniens. Auf den Vorwurf, er vermenge Fußball und Politik, antwortete er: «Dies tun die Anderen auch. Katalonien darf zum Beispiel nicht mit einer eigenen Nationalelf an offiziellen Wettbewerben teilnehmen, weil Spanien diese Möglichkeit politisch mit seinem Veto blockiert.» |