Chelsea zeigt Nerven - Sonderurlaub für Terry?
London (dpa) - 03.02.2010, 11:16 Uhr
Beim 1:1 des FC Chelsea bei Hull City wurde Michael Ballack in der 71. Minute ausgewechselt.
Michael Ballack und der FC Chelsea zeigen im Titelkampf Nerven und haben die Generalprobe für das Spitzenspiel gegen Arsenal verpatzt. Beim 1:1 im Nachholspiel gegen das abstiegsgefährdete Hull City ließen die «Blues» zwei wichtige Punkte liegen. Trainer Carlo Ancelotti jedoch versteckte die Enttäuschung. «Es war ein hartes Spiel. Manchmal kann so etwas gegen ein kleines Team passieren. Wir können nicht jedes Spiel gewinnen und müssen nach vorne schauen», sagte der Italiener. Der Coach schwor seine Elf auf den Showdown 7. Februar ein. Dann kommt der Tabellen-Dritte FC Arsenal an die Stamford Bridge. Die «Gunners» liegen auf Platz drei lediglich sechs Zähler hinter Chelsea. Die «Blues» führen in der Premier League nun mit zwei Punkten vor Titelverteidiger Manchester United. «Sie sehen aber nicht mehr so aus, als ob sie das Heft in der Hand hielten», urteilte die Zeitung «The Guardian» treffend. Chelsea ließ sich von den tapfer kämpfenden «Tigers» den Schneid abkaufen. Das Team zeigte bei Hulls Führung durch Steven Mouyokolo (30. Minute) zudem einmal mehr Schwächen bei Standardsituationen - Ausgangspunkt von Dreiviertel aller 20 Gegentreffer in dieser Saison.
Afrika-Cup-Rückkehrer Didier Drogba gelang per direkt verwandeltem Freistoß zwölf Minuten später der Ausgleich (42.). Chelsea warf im zweiten Durchgang alles nach vorn. DFB-Kapitän Ballack, der in der 25. Minute eine Großchance per Kopf vergab, musste in der 71. Minute Angreifer Joe Cole weichen. Doch Hulls Abwehr hielt stand, und die Underdogs blieben gefährlich. «Ein Punkt war völlig verdient - vielleicht sogar drei», meinte Hull-Trainer Phil Brown. Ancelotti wies später Fragen zurück, ob sich der Wirbel um Kapitän Terry, der wegen privater Eskapaden seit Tagen Dauerthema der Boulevardpresse ist, auf die Mannschaft auswirke. Denkbar sei allerdings, dass der Abwehrchef übernächstes Wochenende beim Pokalmatch gegen Cardiff City frei bekomme, um sein Privatleben zu ordnen. «Das ist eine Sache zwischen mir und John Terry. Wenn er einen Urlaub braucht, bekommt er einen», sagte der Italiener. |