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UEFA-Chef Platini: Null Toleranz bei Korruption

Valletta (dpa) - 31.01.2010, 10:08 Uhr

Michel Platini bei einer UEFA-Sitzung im September 2009.
Michel Platini bei einer UEFA-Sitzung im September 2009.

Mit markigen Worten hat UEFA-Präsident Michel Platini der Korruption im europäischen Fußball den Kampf angesagt. «Wir werden all unsere Kraft einsetzen, um jene zu bekämpfen, die das Spiel korrumpieren», sagte Platini zum Abschluss des UEFA-Exekutivkomitees in Valletta/Malta.

«Wenn Journalisten vor einem Spiel wissen, wer die Partie gewinnt, gibt es kein Interesse mehr und der Fußball wäre so dem Tode geweiht. Bei allem Respekt, es ist ein echtes Problem.» Ende November 2009 war Europas Fußball vom größten Betrugsskandal seiner Geschichte erschüttert worden. Die Ermittlungen in mindestens neun Ländern dauern noch an. Platini kündigte drastische Konsequenzen an.

«Wird ein Spieler erwischt, wird er nie wieder Fußball spielen. Wer den Fußball im Schiedsrichterwesen korrumpiert, wird nie wieder Schiedsrichter sein. Wer als Präsident oder Trainer korrumpiert, wird nie wieder Präsident oder Trainer sein. Dies ist der Wunsch des Präsidenten und des Exekutivkomitees. Wir können mit dieser Sache nicht leichtfertig umgehen», erklärte der Franzose.

Zur Unterstützung der Schiedsrichter sprach sich der Europameister von 1984 für die Einführung der sogenannten Torrichter aus. «Ich denke es ist an der Zeit, das Schiedsrichter-Dasein zu verändern und darüber nachzudenken, worum es eigentlich geht», sagte Platini nach dem Treffen auf der Mittelmeerinsel. In den 144 Gruppenspielen des UEFA-Cup-Nachfolgers Europa League waren zusätzlich zum Schiedsrichter und den beiden Assistenten an der Linie zwei weitere Assistenten hinter den Torauslinien zum Einsatz gekommen. Diese sollen bei schwierigen Entscheidungen in den Strafräumen dem Hauptreferee Hinweise geben.

Ob die zusätzlichen Unparteiischen tatsächlich eingeführt werden, entscheidet das für Regelfragen zuständige International Football Association Board. «Es müssen genügend Schiedsrichter eingesetzt werden, um den ganzen Platz abzudecken. Heute ist Fußball der einzige Sport, bei dem ein Schiedsrichter den ganzen Platz im Auge behalten muss. Es ist einfach, alle Dinge aufzuzeigen, die ein Schiedsrichter nicht sehen kann. Ein Schiedsrichter ist nicht genug», meinte Platini. «Unsere Rolle besteht darin, ein System mit genug Augen einzuführen, so dass der ganze Platz abgedeckt ist.»

Nachdem die UEFA ein positives Zwischenfazit zum umstrittenen Torrichter-Testlauf gezogen hatte, wird das Experiment nun bis zum Finale der Europa League in Hamburg am 12. Mai fortgesetzt.


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