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Nur Ägypten kann Geiz-Ghana noch stoppen

Luanda (dpa) - 29.01.2010, 15:49 Uhr

Hosni Abd Rabou (r) freut sich Emad Motaeb das 1:0 für Ägypten.
Hosni Abd Rabou (r) freut sich Emad Motaeb das 1:0 für Ägypten.

Deutschlands WM-Gegner tankt weiter Selbstvertrauen, nur Titelverteidiger Ägypten kann die Torgeiz-Ghanaer nun noch stoppen.

Während die Pharaonen um den erneut stark aufgelegten Dortmunder Mohamed Zidan beim 4:0 gegen WM-Teilnehmer Algerien in einem denkwürdigen Spiel mit drei Platzverweisen ihren Torhunger stillten, mauerte sich Ghana gegen Nigeria zum Glück. «Nur das Ergebnis zählt», betonte Coach Milovan Rajevac. «Ich haben meinen Spielern gesagt, wir wollen das Finale erreichen und keinen schönen Fußball produzieren. Die Defensive ist sehr wichtig.»

Das Ende vom Lied: Zum dritten Mal nacheinander gewannen die Ghanaer in dem Turnier mit 1:0. Erstmals zogen sie seit 1992 wieder ins Finale des Afrika-Cups ein. Zur eigenen Überraschung. «Es ist unglaublich», sagte Stürmer Asamoah Gyan, der im Halbfinale das Siegtor gegen die favorisierten Nigerianer erzielte. Die Mannschaft habe es nach dem verletzungsbedingten Ausfall vieler Schlüsselspieler, darunter auch Michael Ballacks Vereinskollege Michael Essien vom FC Chelsea, allen Kritikern gezeigt. «Wir sind ein junges Team und kaum jemand hätte uns den Finaleinzug zugetraut», sagte der 24-jährige Gyan.

Umso größer war die Freude. Selbst Ghanas Präsident John Atta Mills ließ es sich nicht nehmen, dem Team zu gratulieren. Er appellierte zugleich an die Fans, sicherheitshalber auch für den Finalsieg der «Black Stars» zu beten. «Wir können das Unmögliche erreichen», versicherte Rechtsverteidiger Samuel Inkoom beim Internetportal «Ghanasoccernet». «Wir sind bereit für den Titel.»

Das gilt allerdings erst recht für den Finalgegner am 31. Januar, der im brisanten Duell gegen Algerien seine Souveränität unter Beweis stellte. Allerdings bedurfte es erst eines Elfmeters, mit dem auch noch der erste Platzverweis gegen Algerien einherging. Mit Zidans schönem Treffer zum 3:0 war die Entscheidung in Benguela endgültig gefallen. «Und nun geht es gegen Ghana, eines der stärksten Teams», meinte Co-Trainer Shawky Gharib vom fünfmaligen Cup-Gewinner Ägypten.


Die Fans in der algerischen Hauptstadt bejubelten ihre Idole der ersten Niederlage gegen Ägypten in einem Afrika-Cup-Spiel zum Trotz. Mit Hupkonzerten und Fahnen feierten sie die Spieler, die sich am Ende nur noch zu acht auf dem Feld wiederfanden. Nachdem sich Algerien in der WM-Qualifikation durchgesetzt hatte und es im direkten Vergleich im vergangenen Jahr zu Ausschreitungen gekommen war, fand die Partie in Benguela unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen statt. Für Algerien geht es nun gegen Nigeria um Platz 3. «Ich bin aber insgesamt über die Leistung der Mannschaft in den vergangenen sechs Monaten glücklich und wir denken, dass diese Mannschaft Potenzial und eine große Zukunft hat», sagte Algeriens Trainer Rabah Saadane.

Algerische Fußballfans haben sich in der Nacht in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille eine Straßenschlacht mit der Polizei geliefert. Mehrere Randalierer bewarfen Sicherheitskräfte mit Steinen und Flaschen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Auch aus anderen französischen Städten wie Toulouse und Lyon wurden Ausschreitungen gemeldet. Dort gingen mehrere Autos in Flammen auf. In Paris verwüsteten algerische Fans ein von Ägyptern geführtes Kulturzentrum, wie französische Medien berichteten. Verletzte gab es jedoch nicht. Frankreich ist mit Algerien historisch eng verbunden. Die algerische Gemeinschaft dort zählt rund 900 000 Menschen, etwa 450 000 von ihnen haben die doppelte Staatsbürgerschaft.

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