Polizei jagt Angreifer von Fußball-Star Cabañas
Mexiko-Stadt (dpa) - 27.01.2010, 13:52 Uhr
Paraguays Fußball-Star Salvador Cabañas feiert am 17. Januar ein Tor für seinen mexikanischen Club.
Der Mordanschlag auf Paraguays Fußball-Star Salvador Cabañas steht drei Tage nach dem Attentat offenbar vor der Aufklärung: Die Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt, der Wahlheimat des Torjägers, präsentierte Fotos und die Identitäten der beiden mutmaßlichen Täter. Bei den Angreifern handelt es sich demnach um einen Mann und dessen Leibwächter. Haft- und Durchsuchungsbefehle seien erlassen worden, hieß es. Der 29-jährige Cabañas war drei Tage zuvor in einer Bar der mexikanischen Hauptstadt aus weiterhin unbekannten Gründen in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Ärzte kämpfen unterdessen weiter verzweifelt um das Leben des Stürmers von América de México. Bei zwei bisherigen Operationen habe man die Kugel, die im Kopf des Paraguayers stecke, nicht entfernen können, so ein Kliniksprecher. Cabañas habe erstmals mit Bewegungen auf die Präsenz seiner Mutter und seiner Frau auf der Intensivstation reagiert. Der Zustand des Patienten sei stabil, aber weiterhin kritisch.
Veröffentlichte Aufnahmen der Sicherheitskameras des Tatorts zeigen, wie die beiden von den Behörden identifizierten Männer Cabañas in die Herrentoilette folgen. Dort soll sich der Angriff dann zugetragen haben. Die Kameras zeigen, wie die beiden Männer kurz danach die Bar seelenruhig verlassen und in einem Wagen davonfahren. Cabañas hatte die Bar zusammen mit seiner Ehefrau Maria und Freunden besucht. Cabañas spielt bei América de México und war 2007 und 2008 erfolgreichster Torjäger in der Copa Libertadores de América. Der 45-malige Nationalspieler (10 Tore) gehörte 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland zum Kader Paraguays, konnte sich aber nicht gegen die Bundesliga-Profis Santa Cruz und Nelson Valdez durchsetzen und kam nicht zum Einsatz. Für die WM in Südafrika galt er allerdings nach sehr guten Leistungen in der WM-Qualifikation als einer der Hoffnungsträger der «Guaranis». Die Südamerikaner spielen in der Gruppe F gegen Italien, Neuseeland und die Slowakei. Bestürzt reagierte Nationalmannschaftskollege Nelson Valdez auf den Mordanschlag. «Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir in Südafrika dabei sind. Wir werden jetzt für sein Leben beten und hoffen, dass alles gut geht», sagte der Angreifer von Borussia Dortmund dem Internetportal «sport1». Nach Meinung von Valdez wird sich der Anschlag auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft bei der WM auswirken: «Ich glaube nicht, dass wir viel zu lachen haben werden. Es wird eine ganz andere Atmosphäre sein. Wir werden jetzt die WM für ihn spielen. Nichts anderes zählt. So sieht man wieder mal, dass Fußball nicht die wichtigste Sache der Welt ist.»
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