Arsenal an der Spitze: «Geben einfach nie auf»
London (dpa) - 21.01.2010, 11:41 Uhr
Tomas Rosicky, hier in einem Champions-League-Spiel, leitete die Aufholjagd ein.
Vor sieben Wochen schon abgeschrieben, jetzt plötzlich Spitzenreiter: Der FC Arsenal hat das Titelrennen in der Premier League auf den Kopf gestellt. Mit dem 4:2-Sieg nach einem 0:2-Rückstand gegen die Bolton Wanderers lösten die «Gunners» den FC Chelsea als Tabellenführer ab und versprachen dem Michael-Ballack-Club einen heißen Kampf um die englische Fußball-Meisterschaft. «Wir haben diese 'Wir-geben-niemals-auf'-Einstellung», sagte Arsenal-Trainer Arsène Wenger nach der packenden Aufholjagd. «Ich glaube 100 Prozent an diese Mannschaft.» Das hörte sich Ende November 2009 noch ganz anders an. Nach der demütigenden 0:3-Heimniederlage gegen Chelsea war Arsenals Rückstand auf die Spitze auf elf Zähler angewachsen und niemand gab mehr einen Pfifferling auf Wengers Team. Nun zogen die «Top-Gunners» («Daily Mail») wegen der besseren Tordifferenz am Londoner Rivalen vorbei, der allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. «2004 hatten wir die Unbesiegbaren», erinnerte die Boulevardzeitung «The Sun» an Arsenals letzten Titelgewinn, als die Elf eine Saison lang sogar unbesiegt blieb. «Wengers 2010er Jahrgang könnte als die Unsterblichen in die Annalen eingehen. Sie geben einfach nie auf.»
Nach Treffern von Gary Cahill (7. Minute) und Matthew Taylor (28./Foulelfmeter) für Bolton blies der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky (43.) noch vor der Pause zur Aufholjagd. Nach dem Seitenwechsel kam Arsenal wie ein Wirbelwind über den Gegner und feierte durch Tore von Cesc Fabregas (52.), Thomas Vermaelen (65.) und Andrej Arschawin (85.) einen hochverdienten Sieg, der nur durch ein ungeahndetes Foul von Abwehrchef William Gallas überschattet wurde. «Das kam einem tätlichen Angriff gleich», regte sich Boltons Coach Owen Coyle auf. Neben Arsenal hatte auch der FC Liverpool Grund zum Jubel. Das 2:0 gegen den Tabellen-Vierten Tottenham Hotspur beendete die jüngste Schwächeperiode der «Reds» und stärkte Trainer Rafael Benitez den Rücken. «Der Sieg ist gut für die Mannschaft, die Fans, den Club», sagte der Spanier erleichtert. In einem 6:4-Thriller im Halbfinal- Rückspiel des englischen Ligapokals gegen die Blackburn Rovers buchte derweil Aston Villa das Ticket fürs Endspiel im Wembley-Stadion. «Ich bin von meinen Spieler begeistert, sie haben sich großartig geschlagen», schwärmte Villa-Coach Martin O'Neill. |