UEFA-Chef Platini überrascht mit Zukunftsplänen
Paris (dpa) - 19.01.2010, 15:54 Uhr
Michel Platini liegt die Einbindung des osteuropäischen Fußballs besonders am Herzen.
Michel Platini hat überraschend eine erneute Kandidatur als UEFA-Präsident infrage gestellt. «Ich bin glücklich, aber ich könnte auch anderswo glücklich sein», sagte der Franzose dem Fußball-Magazin «France Football». Innerhalb der nächsten sechs Monate will sich Platini entscheiden, ob er 2011 erneut für das höchste Amt im europäischen Fußball kandidiert. Der 54-Jährige hatte im Januar 2007 nach erbittertem Wahlkampf Amtsinhaber Lennart Johansson (Schweden) abgelöst. Unter seiner Regie wurde die Champions League reformiert, aus dem UEFA-Pokal wurde die Europa League. Besonders energisch kämpft Platini um die Austragung der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Die Einbindung des osteuropäischen Fußballs liegt ihm am Herzen. Von den Vertretern dieser Länder hatte er bei der Wahl in Düsseldorf viele Stimmen bekommen.
Ein Rückzug Platinis ist angesichts der selbst von den Kritikern mittlerweile anerkannten Erfolge des früheren Weltklasse-Spielers sehr unwahrscheinlich. Das Magazin bringt ihn als möglichen Nachfolgekandidaten für Frankreichs umstrittenen Nationaltrainer Raymond Domenech ins Spiel. Dieses Amt hatte er schon von 1988 bis 1990 inne, verfehlte aber die Qualifikation für die WM 1990 und schied bei der EM 1992 in der Vorrunde aus. Anschließend organisierte er die WM 1998 in seinem Heimatland. Frankreich ist aussichtsreicher Kandidat für die EM-Gastgeberrolle 2016. Platini gilt auch als möglicher Nachfolger von Joseph Blatter als FIFA-Präsident. Blatter hat allerdings angekündigt, 2011 noch einmal für mindestens eine Amtsperiode bis 2015 beim Weltverband zur Verfügung zu stehen.
|