Maradona wieder im Einsatz: WM-Visite
17.01.2010, 15:41 Uhr
Diego Maradona kommt Mitte November 2009 in Zürich an.
Buenos Aires/Hamburg (dpa) - Die Strafe für seine wüsten Beleidigungen ist abgelaufen, bei seiner Visite im WM-Land soll Diego Maradona für offizielle Gespräche mit Medien erst gar nicht zur Verfügung stehen. «Nehmen Sie bitte freundlich zur Kenntnis, dass Herr Maradona für Einzelinterviews nicht zur Verfügung stehen und dass er während seines Besuchs keine Medientreffen abhalten wird», teilte das Organisationskomitee der Fußball-WM in Südafrika mit. Vom 18. bis zum 22. Januar wird die «Hand Gottes» unter anderem das WM-Quartier der Argentinier in Tshwane unter die Lupe nehmen. Am 15. Januar endete die Sperre für Maradona, der bei der WM-Auslosung in Kapstadt sogar zur unerwünschten Person durch den Weltverband FIFA erklärt worden war. Der legendäre Fußballer war wegen seiner äußerst beleidigenden Ausdrücke nach der geschafften WM-Qualifikation gesperrt worden. Bevor er mit seinen «Gauchos» am 3. März in München gegen die deutsche Nationalmannschaft den Härtetest für die WM-Endrunde vom 11. Juni bis 11. Juli absolvieren wird, tritt er mit seiner Auswahl am 26. Januar gegen Costa Rica an.
Trotz eines holprigen Wegs zur WM-Endrunde, in der Argentinien in der Gruppe B auf Nigeria, Südkorea und Griechenland trifft, hält Brasiliens Fußball-Legende Pelé den Erzrivalen des Rekordweltmeisters für einen der Titelkandidaten. «Argentinien ist immer eine Mannschaft, die für eine Überraschung sorgen kann», meinte er, nachdem die «Albiceleste» zweimal (1978 und 1986) den Titel holen konnte. «Es ist eine Mannschaft mit großartigen Spielern, mit einem großen Charakter, eine, die Erfahrungen mit Weltmeisterschaften hat - Argentinien muss man immer mit Respekt begegnen», sagte Pelé bei der Vorstellung der 51. Copa de Libertadores in Bogotá. Damit es klappt mit dem WM-Coup ausgerechnet unter dem umstrittenen Maradona, will sich dieser schon mal einstimmen auf die Endrunde. Am Morgen des 18. Januar soll er mit einer Delegation des argentinischen Fußballverbandes AFA in Johannesburg landen. Nachmittags steht eine Session mit Studenten einer Fußballschule auf dem Programm. Am 21. Januar wird er das Soccer City Stadium besuchen, wo das Eröffnungsspiel und das Finale ausgetragen werden. Weitere Entgleisungen darf sich Maradona, der noch vor der WM mit einem eigenen TV- und Internetkanal starten will, übrigens nicht erlauben. Die Disziplinarkommission der FIFA hatte bei der Urteils-Verkündung Mitte November betont, dass ein ähnliches Vergehen Maradonas künftig härtere Strafen nach sich ziehen würde.
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