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Ägypten weiter - VfL will Aufklärung von Martins

Benguela/Angola (dpa) - 17.01.2010, 21:41 Uhr

Mohamed Zidan nimmt im Gruppenspiel gegen Nigeria einen Ball an.
Mohamed Zidan nimmt im Gruppenspiel gegen Nigeria einen Ball an.

Freude für Ägypten, Ärger für Zidan: Die «Pharaonen» haben beim Afrika-Cup ihre Rekordserie auf 14 Partien ohne Niederlage ausgebaut und vorzeitig als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht.

Bundesliga-Profi Mohamed Zidan von Borussia Dortmund ist aber beim Trainer des Titelverteidiger erneut in Ungnade gefallen und muss eventuell vorzeitig aus Angola abreisen. Chefcoach Hassan Shehata fordert von dem Stürmer eine Entschuldigung für dessen Benehmen nach der Auswechslung beim 2:0-Sieg gegen Mosambik.

Zidan hatte gegen die Auswechselbank getreten und ein Trikot von einem Sitz geworfen. Schon während der Partie hatte er mehrfach mit seinen Teamkollegen gestritten. Zidan hatte bereits einmal Ärger mit Shehata, als er nicht an einem Freundschaftsspiel teilnehmen wollte. Auch damals musste er sich bei dem Coach entschuldigen.

Zidans Freiburger Bundesliga-Kollege Mohamadou Idrissou hat derweil Kamerun vor der nächsten Blamage bewahrt. Der Stürmer erzielte in Lubango in der 86. Minute den 3:2-Siegtreffer für den vierfachen Turniersieger und hielt die «Unbezähmbaren Löwen» damit nach der Auftaktpleite gegen Gabun im Wettbewerb. Geremi (68.) mit kurioser Unterstützung von Gegner-Torwart Kennendy Mweene und Samuel Eto'o (72.) erzielten die weiteren Tore.

Für Sambia (1 Punkt) trafen Jacob Mulenga (8.) und Chris Katongo (81./Foulelfmeter). Gegen Tunesien darf Kamerun (3) für den Viertelfinaleinzug aber nicht verlieren. Tabellenführer Gabun (4) hatte zuvor 0:0 gegen Tunesien (2) gespielt.


Trotz der Unstimmigkeit herrschte bei den Nordafrikanern Freude. «Wir sind sehr stolz auf diesen Rekord», sagte Mannschaftskapitän Ahmed Hassan nach Sieg gegen Mosambik. Seit dem 29. Januar 2004 (1:2 gegen Algerien) haben die Turniersieger von 2006 und 2008 nicht mehr beim Afrika-Cup verloren. Bei der 27. Auflage strebt der sechsmalige Champion, der in der Qualifikation für die WM in Südafrika gescheitert ist, als erste Mannschaft den Hattrick an.

Zidan hatte sich gegen die «Mambas» nicht entscheidend in Szene setzen können und war nach 57 Minuten ausgewechselt worden. Ein Eigentor von Dario Khan (47.) und ein sehenswerter Volleyschuss aus 16 Metern durch Mohamed Gedo (81.) machten den «Dreier» perfekt. Damit erreichte Ägypten als zweites Team nach der Elfenbeinküste die K.o.-Runde und kann auch von WM-Teilnehmer Nigeria nicht mehr von der Tabellenspitze in der Gruppe C verdrängt werden.

Die Nigerianer wahrten mit einem Zittersieg gegen Benin die Chance auf das Viertelfinale. Vier Tage nach der 1:3-Pleite gegen Ägypten kamen die «Super Eagles» zu einem 1:0 (1:0). Gegen Mosambik kann Nigeria am 20. Januar das Weiterkommen perfekt machen. «Wir haben ein hartes Match erwartet und das hat uns geholfen, unser Selbstvertrauen zu stärken», sagte Nigerias umstrittener Trainer Shuaibu Amodu. Das einzige Tor erzielte Yakubu Ayegbeni (42.) per Handelfmeter. Die Nigerianer hatten Glück bei zwei Lattentreffern von Stephane Sessegnon und Nouhoum Kobena.

Bundesliga-Profi Chinedu Obasi von 1899 Hoffenheim hatte in der 76. Minute die Chance zum 2:0, sein Kopfball ging aber knapp über das Tor. Der Wolfsburger Obafemi Martins saß wie schon in der Partie gegen Ägypten nur auf der Bank. Immerhin war das Rätselraten um den 25 Jahre alten Angreifer, der Angola Mitte der Woche verlassen hatte, vor dem Abpfiff beendet. «Er war in London, um einen Gerichtstermin wahrzunehmen», sagte Nigerias Pressesprecher Peterside Idah der BBC. Er dementierte damit jüngste Gerüchte, dass Martins nach Hamburg geflogen sei, um eine Schienbeinverletzung behandeln zu lassen.

Verwundert zeigten sich die Wolfsburger. Der deutsche Meister hat seit Tagen keinen Kontakt zu seinem Profi. «Wir werden Nigeria und den Spieler um Aufklärung bitten. Wir haben aber keine Handhabe, denn Martins ist während des Turniers komplett dem nigerianischen Fußballverband unterstellt», sagte VfL-Sprecher Gerd Voss.

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