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Anschlag zeigt Folgen: Stars fehlt Konzentration

Stuttgart (dpa) - 12.01.2010, 15:58 Uhr

Bakary Kone von der Elfenbeinküste trauert im Spiel gegen Burkina Faso einer Torchance nach.
Bakary Kone von der Elfenbeinküste trauert im Spiel gegen Burkina Faso einer Torchance nach.

Man stelle sich vor, Deutschland verliert bei der EM gegen Litauen, und Spanien gelingt kein Tor gegen Island. So ähnlich passierte es zum Auftakt des Afrika-Cups in Angola den großen Favoriten.

Algerien unterlag Malawi 0:3, und mit der Elfenbeinküste spielte ein weiterer WM-Teilnehmer nur 0:0 gegen Burkina Faso. Ein Grund für diese Fehlstarts ist, dass sich vor allem die Fußball-Stars aus Europa nach dem Terroranschlag offenbar nicht richtig auf ihr Spiel konzentrieren können. «Das war ein schwieriger Start für uns nach all dem, was vor wenigen Tagen geschehen ist», sagte der Ivorer Didier Drogba (FC Chelsea). «Wir dürfen nicht vergessen, was dem togoischen Team zugestoßen ist.»

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus gab es zwei Tote und neun Verletzte. Seitdem sind die in Europa spielenden Stars wie Drogba, Kolo Touré und Didier Zokora (alle Elfenbeinküste) oder Karim Matmour, Majid Bougherra und Karim Ziani (alle Algerien) besonders abgelenkt. Sie gedenken der Opfer, fürchten um ihre Sicherheit und bekommen dazu von ihren Vereinen in der Bundesliga oder Premier League ständig signalisiert, dass man sie am liebsten zurückholen würde. Um «namenlose» Spieler wie Hellings Mwakasungula (Malawi) oder Narcisse Yameogo (Burkina Faso) sorgt sich die Fußball-Welt weniger. Für sie ist der Afrika-Cup der sportliche Höhepunkt des Jahres.

Die Ivorer scheiterten gegen Burkina Faso aber auch an sich selbst. Sie vergaben eine Reihe bester Chancen. «Wir müssen versuchen, uns mit aller Kraft auf die Partien zu konzentrieren», sagte Drogba. Sein Trainer Vahid Halilhodzic meinte: «Ich bin über das Ergebnis zwar enttäuscht, aber es ist noch nichts passiert.» Vor dem Gruppen-«Endspiel» am Freitag gegen Ghana steht die Elfenbeinküste trotzdem unter Druck. Ghanas Coach Milovan Rajovac machte das 0:0 des großen Rivalen sogar Angst: Die Ivorer würden nun besonders motiviert sein, sagte er. Und man dürfe nicht vergessen: «Die meisten Mannschaften tun sich im Eröffnungsspiel schwer.»

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler, der den deutschen Gruppengegner Ghana in Angola mit Blick auf die WM im Sommer beobachtet, hat noch eine andere Erklärung für die großen Überraschungen zum Turnierstart: «Auch in Afrika gibt es keine sogenannten Kleinen mehr», sagte er. Diese Tendenz war schon in der Qualifikation zu beobachten. Mit Südafrika, Senegal oder Marokko haben es einige führende Nationen des Kontinents gar nicht erst zum Afrika-Cup geschafft.


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