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«Becks» strippt, Milan siegt und Rom feiert Toni

Turin (dpa) - 11.01.2010, 13:41 Uhr

Roms Luca Toni (r) wird von zwei Gegenspielern attackiert.
Roms Luca Toni (r) wird von zwei Gegenspielern attackiert.

David Beckham strippt, Milan demütigt Juventus und «König Toni» erobert Rom - Italiens Serie A hat seinen Tifosi ein fulminantes Finale des ersten Fußball-Wochenendes im neuen Jahr beschert.

Mit einem 3:0-Triumph in Turin (33 Punkte) hat sich der AC Mailand (37) am 19. Spieltag zum härtesten Rivalen von Tabellenführer Inter Mailand (45) aufgeschwungen, Rekordmeister Juve in die Krise gestürzt und seine Fans begeistert. Dass Milans Mittelfeldstar Beckham dann auch noch mitten auf dem Fußballplatz die Hose wechselte, entzückte vor allem seine weiblichen Fans.

Juves Anhänger dagegen hatten keinen Grund zur Freude. Nach der bitteren Pleite gegen den Erzrivalen setzten einige Randalierer unter den Juve-Fans Plastiksitze, Fahnen und Spruchbänder in Brand und zündeten vor dem Stadion Feuerwerkskörper und Rauchbomben. «Juventus brennt», titelte der «Corriere dello Sport». Trotz des Fan-Aufstands und der zunehmenden Kritik betonte Trainer Ferrara: «Ich werde nicht zurücktreten!»

Gegen Milan mit dem nicht nur beim Hosenwechsel auffälligen Beckham besiegelten drei Standardsituationen das Schicksal der Platzherren. Alessandro Nesta traf in der 29., der Brasilianer Ronaldinho in der 72. und 88. Spielminute. «Jetzt glauben wir an den Meistertitel», sagte «Dinho». «Meine Mannschaft spielt gut und vor allem mental stark», sagte Mailands Trainer Leonardo. «Bravo Leonardo», lobte Milans Vizepräsident Adriano Galliani den anfangs nicht unumstrittenen Trainer.

Der Brasilianer zeigte auch im Moment des Triumphes Größe: «Wir haben uns anfangs schwergetan und auch Glück gehabt», räumte Leonardo ein. Dessen Mitgefühl war für Ferrara jedoch nur ein schwacher Trost. «Milan war ein Traum, Juventus ein Alptraum», brachte die «Gazzetta dello Sport» das Verfolgerduell auf den Punkt.


Während die Mailänder jubelten und die Turiner ihre Titelambitionen schwinden sahen, konnte Luca Toni ganz entspannt sein Comeback genießen. Nachdem er gegen Cagliari noch 80 Minuten auf der Bank hatte schmoren müssen, brachte ihn Trainer Claudio Ranieri beim 1:0- Heimsieg gegen Chievo von der ersten Minute an. Und der Weltmeister von 2006 überzeugte mit einigen gefährlichen Aktionen und seinem sehr mannschaftsdienlichen Spiel.

Trainer und Presse waren voll des Lobes für den 33-jährigen Mittelstürmer, dem die Rückkehr nach Italien offenbar sehr leicht gemacht worden war: «Ich bin in Rom fantastisch aufgenommen worden», betonte Toni. «Wie ein König», sei er in der Ewigen Stadt empfangen worden, meinte gar die «Gazzetta dello Sport». Nach dem gelungenen Heimspieldebüt mit den Römern ist der Modeneser nun voller Selbstvertrauen: «Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dieser Mannschaft viel erreichen können», sagte Toni. Als Tabellenfünften trennen den AS Rom 13 Punkte von Spitzenreiter Inter.

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