Sie sind hier: Startseite > International > News > Artikel

Jetzt  Neu! Der Fussball24-Newsreader

News-Feed
Was ist das?
 

 Impressum
 Datenschutzerklärung
 Sitemap
 
Forexhandel
Euroweb Sportförderung
 

Terror beim Afrika Cup - Touré: «Wir reisen ab»

Luanda (dpa) - 10.01.2010, 15:57 Uhr

Das togoische Nationalteam posiert am Sylvestertag 2009 in Lomé.
Das togoische Nationalteam posiert am Sylvestertag 2009 in Lomé.

Fünf Monate vor Beginn der ersten WM auf dem Schwarzen Kontinent hat ein Terroranschlag Afrikas Fußball bis ins Mark getroffen und die Diskussion um die Sicherheit neu entflammt. Togos Bundesligaspieler Assimiou Touré bestätigte den Ausstieg des Teams aus dem Turnier.

«Wir werden definitiv nicht beim Afrika-Cup spielen, werden aus Angola ausgeflogen nach Togo», sagte der 22 Jahre alte Verteidiger von Bayer Leverkusen der «Bild»-Zeitung. «Die Maschine des Staatspräsidenten holt uns ab. In Togo werden wir alle bei der Beisetzung der Toten dabei sein.» Trotz des Feuerüberfalls mit drei Toten war die Nationalmannschaft von Togo zunächst fest entschlossen, am Turnier in Angola teilzunehmen. «Wir können die Toten und Verletzten nicht zurücklassen und davonlaufen wie Feiglinge», sagte der togoische Spieler Alaixys Romao der französischen Sporttageszeitung «L'Equipe». Doch Togos Premierminister Gilbert Huongo bekräftigte wenig später die Position seiner Regierung und forderte das Team zur Heimkehr auf. Damit war wenige Stunden vor dem Eröffnungsspiel der Gastgeber gegen Mali weiter unklar, ob Togo wie geplant in Cabinda zu seinem ersten Vorrundenspiel gegen Ghana antreten konnte.

Der Weltverband FIFA und die örtlichen Organisatoren hatten schon am Vortag ihre Absicht bekräftigt, das Turnier trotz der Bluttat auszutragen. «Wir hoffen, dass Fußball stärker ist als jeder Anschlag. Deshalb wird der Afrika Cup stattfinden», sagte FIFA- Präsident Joseph Blatter im ZDF. Dass der Zwischenfall im 1000 Kilometer entfernten Angola Auswirkungen auf die WM in Südafrika haben könnte, wurde von den Organisatoren am Kap bestritten. Die Tat habe nichts mit der Lage in Südafrika zu tun, betonte WM-Kommunikationschef Rich Mkhondo. Das sei so, als ob man einen Vorfall in Tschetschenien mit der Situation in Großbritannien in Verbindung zu bringen versuchte.

Doch all diese Versicherungen konnten die Sorge um die Sicherheit während der WM nicht zerstreuen. «Ein chaotisches und lebensgefährliches Turnier weckt neue Zweifel an der Organisation einer Fußball-WM», schrieb «Die Presse» in Österreich. Das spanische Blatt «El Mundo» sieht «31 WM-Teilnehmer - alle mit Ausnahme des Gastgeberlandes Südafrika - aufgeschreckt und in Alarmstimmung».

Während Vereine aus England versuchen wollen, ihre Akteure schnellstmöglich aus Angola heimzuholen, herrschte beim Bundesliga- Ersten Bayer Leverkusen erst einmal Erleichterung. Denn Profi Assimou Touré überstand den Überfall unbeschadet. Der Verein denkt aber ebenfalls darüber nach, Touré nach Deutschland zu holen. Dass dies indes nicht einfach ist, machte Borussia Dortmunds Sportmanager Michael Zorc klar. «Die FIFA müsste erst die Abstellungspflicht aufheben, damit wir handeln können», sagte Zorc der «Berliner Morgenpost». Der BVB ist in Sorge um den Ägypter Mohamed Zidan.


Die Entscheidung der togoischen Spieler zur Turnier-Teilnahme sei in einer nächtlichen Teamsitzung einstimmig getroffen worden, hieß es. Man wolle auch bleiben, um «den Rebellen nicht die Genugtuung zu geben», versicherte Mittelfeldspieler Romao. «Unsere Regierung ist nicht unbedingt damit einverstanden, aber wir sind alle entschlossen, an diesem Cup teilzunehmen», fügte er hinzu. Am Vorabend hatte die Regierung des Landes den Rückzug der Mannschaft von dem Kontinental- Turnier verkündet und blieb auch am einen Tag später bei ihrer Haltung. Selbst die Spieler hatten angeführt von Kapitän Emmanuel Adebayor zunächst von Boykott gesprochen. «Wir sind gekommen, um ein Fußball-Fest zu feiern, jetzt aber ist es, als würde man in den Krieg ziehen», erklärte Togos Torhüter Kossi Agassa.

CAF-Präsident Issa Hayatou hat der togoischen Mannschaft inzwischen zugesichert, dass der angolanische Ministerpräsident Antonio Kassoma ihm eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen garantiert habe. Am 8. Januar war davon nichts zu spüren gewesen, als der Bus der Togoer auf der Anreise kurz nach Überqueren der angolanischen Grenze unter Beschuss genommen wurde.

Bei dem Anschlag wurden der Busfahrer, ein Assistenz-Trainer und der Pressesprecher des Teams getötet. Der von einer Kugel im Rücken getroffene Ersatztorwart Kodjovi Obilale hat eine Operation im Krankenhaus von Johannesburg gut überstanden und befand sich nach Angaben der behandelnden Mediziner weiter auf der Intensivstation. Weitere Personen wurden bei dem Angriff verletzt.

Unterdessen hat Togos Regierung von Angola und den Organisatoren des Afrika Cups eine Erklärung dafür verlangt, warum Cabinda als Austragungsort für die Spiele ausgewählt worden sei. In der Provinz kommt es seit der Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Kolonie 1975 immer wieder zu Konflikten. Togos Regierungssprecher sagte, niemand habe das Team darüber informiert, dass die Anreise nach Cabinda per Bus riskant sei. Die Organisatoren hatten zuvor die Entscheidung der Togoer kritisiert, nicht per Flugzeug aus dem Vorbereitungslager in Kongo-Brazzaville nach Angola zu kommen.

Weitere Fussball-Nachrichten aus dem Archiv
10.01. 15:15 - Südafrika beunruhigt: Schatten auf der WM
10.01. 15:03 - Terror beim Afrika Cup: Togo wohl doch nicht dabei
10.01. 13:57 - Pressestimmen zum Anschlag auf Togos Fußball-Team
10.01. 13:54 - Fassungslosigkeit bei Afrikas Fußball-Fans
10.01. 13:44 - Angola enttäuscht: Afrika Cup kein Imagegewinn
10.01. 12:30 - BBC: Togos Premier fordert Team zur Heimkehr auf
10.01. 10:57 - Deutscher Teamarzt Algeriens nicht besorgt
10.01. 10:31 - Togos Kehrtwendung: Nun doch Start beim Afrika Cup
10.01. 10:27 - «Erfahrungsschatz» im Fußball - Schäfer wird 60
09.01. 20:48 - Arsenal und ManU mit Remis - Spiele abgesagt
 
Alle älteren Artikel gibt's im News Archiv.
Fanartikel DFB Pokal Karten Sky bestellen
Fan von Fussball24 auf Facebook werden
Fußball Newsletter - Informationen und Anmeldung
Das große Fußball 24 Forum
fussball-im-verein.de - Spieler, Funktionäre und Fans immer am Ball
...weitere Themen

Internetagentur bigidea.de | Eishockey | primera-division.com