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Schmiergelder: Serie von Skandalen in Europa

Lissabon/Madrid (dpa) - 05.12.2004, 13:42 Uhr

Schiedsrichterbestechung in Portugal, schwarze Kassen in Italien, Rassismus in Spanien, eine Steueraffäre in Frankreich und ein möglicher Wettbetrug im UEFA-Pokal: Der europäische Fußball wird von einer Serie von Skandalen erschüttert.

In mehreren Ländern beherrschen nicht allein Trainer und Torjäger die Schlagzeilen der Sportpresse, sondern Staatsanwälte und Ermittlungsrichter. Das spanische Sportblatt «Marca» brachte die Serie auf den Nenner: «Der Fußball in Europa steht unter Verdacht.»

In Spanien war die Aufregung über rassistische Anfeindungen gegen dunkelhäutige Fußballer gerade abgeflaut, da warf im Nachbarland Portugal ein Skandal um die Bestechung von Schiedsrichtern einen neuen Schatten auf den Profi-Fußball. Im Mittelpunkt stehen ausgerechnet der Champions-League-Sieger FC Porto und dessen Präsident Jorge Nuno Pinto da Costa. Der Clubchef, einer der einflussreichsten Männer im portugiesischen Fußball, wurde kurzzeitig festgenommen und später gegen Auflagen wieder freigelassen.

In dem Skandal, unter der Bezeichnung «Goldener Pfiff» bekannt, geht es um die Bestechung von Schiedsrichtern. Bislang wurden insgesamt 22 Verdächtige vorübergehend festgenommen. Ihnen drohen bis zu vier Jahre Haft. Portugals Ligapräsident und der Chef des Schiedsrichterausschusses mussten zurücktreten. Nach Angaben der Zeitung «Jornal de Notícias» flossen nicht nur Schmiergelder. Es sollen auch Prostituierte angeheuert worden sein, um Referees zu Gefälligkeiten zu bewegen.

In Italien ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Hauptstadtvereine Lazio und AS Rom. AS-Clubchef Franco Sensi und Lazios Ex-Präsident Sergio Cragnotti sollen in den Clubbilanzen den Wert von Spielern maßlos überhöht angegeben haben, um die Überschuldung der börsennotierten Vereine zu vertuschen. Ihnen drohen bei einer Verurteilung bis zu vier Jahre Gefängnis. Laut «Gazzetta dello Sport» prüft die Staatsanwaltschaft in Turin die Einleitung eines ähnlichen Verfahrens gegen Juventus.

In Frankreich ermitteln die Behörden im Umfeld des Erstligisten Paris St. Germain. Nach Angaben der Zeitung «Le Figaro» besteht der Verdacht, dass beim Transfer von Weltstar Ronaldinho zum FC Barcelona Steuern hinterzogen worden sind. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) geht Berichten nach, wonach der Ausgang des UEFA-Pokalspiels Panionios Athen gegen Dynamo Tiflis (5:2) manipuliert worden sein könnte. Trotz des ungewöhnlichen Ergebnisses sollen bei Wettbüros auffällig viele richtige Tipps eingegangen sein.


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