Paris (dpa) - 21.12.2009, 13:28 Uhr
Nur 25 Spieler je Verein, keine Prozentanteile für Spielervermittler und drei Jahre Wechselverbot nach Vertragsschluss: Clubchef Jean-Michel Aulas vom französischen Spitzenverein Olympique Lyon will die «Inflation der Transfers und Gehälter» im Fußball stoppen.
«Das Lohnproblem wird mit der Krise prägnant», sagte Aulas dem Pariser Wirtschaftsblatt «Les Echos». Eine «große Regulierung» sei nötig. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) gehe mit ihrem «finanziellen Fair Play» in die richtige Richtung.
Ein Überschuldungs-Problem sieht Aulas durch «exotische» Aktionäre in England. Man müsse die Investoren zwingen, ihre Eigenmittel einzusetzen. «Das Problem der Überschuldung ist vor allem an die englischen Clubs gebunden, die wie Manchester oder Liverpool über ein LBO aufgekauft wurden.» Im Allgemeinen seien die großen Clubs gesund.
Am 8. Dezember 2013 will Olympique Lyon sein neues Stadion samt Büro- und Freizeitkomplex eröffnen. Von den nötigen 300 Millionen Euro will OL ein Drittel aus Eigenmitteln, ein Drittel mit Krediten und ein Drittel mit laufenden Einnahmen aus den Investition finanzieren. «Wir meinen, dass der Umsatz des Stadions von 25 auf fast 100 Millionen Euro steigen wird», sagte Aulas. Zudem könne der Name für 100 bis 150 Millionen Euro auf 15 Jahre verkauft werden.
Aulas verwies auf die deutschen Erfahrungen. Der Besuch der zehn für die Weltmeisterschaft erneuerten Stadien sei in drei Jahren von 24 000 auf 48 000 pro Spiel gestiegen. Die börsennotierte OL Groupe hat 170 Millionen Euro Eigenmittel, ist schuldenfrei und schreibt seit fünf Jahren Gewinne.