Bewerber für WM 2018 und 2022 stehen Schlange
Kapstadt (dpa) - 04.12.2009, 14:03 Uhr
Schauspielerin Nicole Kidman bei einem Auftritt in London.
Südafrika ist bereit für 2010, Brasilien steckt für 2014 in den Startlöchern und für die nächsten Turniere 2018 und 2022 stehen die Bewerber Schlange. Die Fußball-Weltmeisterschaft ist ein milliardenschweres Premiumprodukt und der Weltverband FIFA in einer komfortablen Situation. Russland, Australien, Japan, Belgien/Niederlande, Indonesien, England, Spanien/Portugal und die USA wollen das Turnier in neun Jahren ausrichten. Katar und Südkorea ergänzen den Bewerber-Zehnerpack für die WM 2022. Am Tag der WM-Auslosung in Kapstadt präsentierten sich alle Kandidaten in einem Megazelt, aufgebaut im prunkvollen Regierungssitz der deutschstämmigen Premierministerin der Provinz Westkap, Helen Zille, gleich unterhalb des imposanten Tafelbergs. Und das Rennen um die lukrative Gastgeberrolle ist hart. Namen müssen als Zugpferde her. England hat mit David Beckham die wohl schillernste Figur aufzubieten und schlägt auf diesem Gebiet die Konkurrenz. Die Doppelbewerber Niederlande/Belgien versuchen mit Jean-Marie Pfaff und Ruud Gullit dagegenzuhalten.
Spanien/Portugal scheinen mit Luiz Figo und Fernando Hierro dagegen einen kleinen Promi-Vorteil zu haben. Der Blitzlicht-Faktor ist am Pressestand der Iberer höher als bei den nördlichen Konkurrenten. Doch die Australier toppen alles. Schauspielerin Nicole Kidman breitet in einem auf Großleinwand ausgestrahlten Video-Spot die Arme aus und lädt für 2018 oder spätestens 2022 nach Down Under ein. Ob der Auftritt auch das FIFA-Exekutivkomitee bei der ersten Doppelvergabe im Dezember 2010 überzeugt, bleibt abzuwarten. Seit dem Zuschlag an Deutschland im Jahr 2000 für das Turnier 2006 war eine WM-Vergabe nicht mehr so offen. Wahrscheinlich ist nur, dass sich Exoten wie Indonesien wohl gedulden werden müssen. Nach den politisch gewollten, organisatorisch aber schwierigen Turnieren in Südafrika und Brasilien will der Weltverband reibungslose Veranstaltungen. Ein Pfund mit dem gerade die Engländer und Amerikaner wuchern. |