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«Floh» ist der Größte: Messis historische Krönung

Paris (dpa) - 01.12.2009, 12:56 Uhr

Lionel Messi vom FC Barcelona ist Europas bester Fußballer.
Lionel Messi vom FC Barcelona ist Europas bester Fußballer.

Historische Krönung für Lionel Messi: Der kleine «Floh» aus Argentinien ist mit einem bisher einmaligen Vorsprung zu Europas Fußballer des Jahres gewählt worden.

«Es ist eine große Ehre für mich», sagte der 22 Jahre alte Superstar vom FC Barcelona. Messi verwies bei der Wahl von Sportjournalisten aus aller Welt den Vorjahresgewinner und Weltfußballer 2008, Cristiano Ronaldo, auf den zweiten Platz. Der Portugiese (233 Punkte), mit Real Madrid schon 0:1 gegen Messi & Co beim Clasico der Primera Division unterlegen, erhielt nicht mal halb so viele Zähler wie Messi (473).

Ein deutscher Spieler stand erst gar nicht zur Wahl. Vom VfL Wolfsburg schaffte es der Bosnier Edin Dzeko immerhin auf Rang 13 (12). Der Ex-Bremer Diego (Juventus Turin) wurde mit drei Punkten 25. Infrage kommen nur Akteure, die in Europa ihr Geld verdienen.

So wie Messi seit einigen Jahren bei Barcelona. «Er ist der Beste der Welt», schrieb nach der Bekanntgabe des Ergebnisses auf der Internetseite des Magazins «France Football» die argentinische Zeitung «La Nación». Und das französische Blatt würdigte die Wahl als «historische Krönung». Der Dribbelstar der Albiceleste, der in seiner südamerikanischen Heimat die Sehnsucht nach einem legitimen Maradona-Nachfolger auf dem Fußball-Feld stillt, war bereits von seinem Triumph unterrichtet worden.

«Wissen Sie: Der Goldene Ball ist für mich sehr wichtig. Alle Gewinner (der Trophäe) waren große Spieler. Und es gibt einige Große, die nie gewonnen haben», sagte der Ballflüsterer, der auf dem Platz mit seinen Aktionen Akzente setzt, außerhalb aber eher schüchtern wirkt. Den Sieg widmete Messi, der aus der argentinischen Provinzhauptstadt Rosario stammt, seiner Familie. Die Trophäe bekommt Messi in Paris überreicht.


Was Maradona verwehrt blieb, gelang Messi nun. Er ist der erste Argentinier, der den «Ballon d'Or» gewinnt. Allerdings werden auch erst seit 1995 auch Nichteuropäer zur Wahl zugelassen. Als letzter Deutscher hatte Matthias Sammer (damals Borussia Dortmund) im Jahr 1996 die Trophäe bekommen.

480 wäre die Maximal-Punktzahl gewesen - Messi blieb nur sieben Zähler drunter. Hinter Ronaldo folgten Messis Vereinskollegen Xavi (170) und Andres Iniesta (149) auf den weiteren Plätzen. Dem argentinischen Wirbelwind, der als Kind unter Wachstumsstörungen gelitten hatte, gelang auch die Revanche: Vor einem Jahr war er von Modellathlet Ronaldo geschlagen worden. Messi dürfte nun auch als Topkandidat bei der Wahl zum Weltfußballer gelten.

Während er mit Argentinien die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika nur mit größter Mühe schaffte, war Messi als großer Favorit in die Wahl auf der europäischen Bühne gegangen. Vor allem aufgrund seines 1. Halbjahres: Mit dem FC Barcelona gewann er in der vergangenen Saison in Spanien die Meisterschaft und den Königspokal. Messi holte mit «Barca» die Champions League, mit neun Treffern in zwölf Begegnungen war er zudem bester Torschütze der europäischen Königsklasse. Beim Finalsieg über Manchester United damals noch mit Ronaldo köpfte er das Tor zum 2:0-Endstand. In der spanischen Liga traf Messi für Barcelona weitere 23 Mal.

«Ich war zuversichtlich, dass ich gewinnen würde», sagte Messi daher. Es werde aber schwer, so ein erfolgreiches Jahr zu wiederholen, räumte er allerdings - in gewohnter Bescheidenheit - ein. «France Football» sieht das anders: «Wenn er (Messi) mit Barcelona weitere Trophäen gewinnt und (mit Argentinien) bei der WM glänzt, könnte er als erster Spieler seit 20 Jahren den Goldenen Ball zweimal in Folge gewinnen».

Das Ergebnis der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres:

RangNamePunkte
1.Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)473
2.Cristiano Ronaldo (Portugal/Manchester United, dann Real Madrid)233
3.Xavi (Spanien/FC Barcelona)170
4.Andrès Iniesta (Spanien/FC Barcelona)149
5.Samuel Eto'o (Kamerun/FC Barcelona, dann Inter Mailand)75
6.Kaka (Brasilien/AC Mailand, dann Real Madrid)58
7.Zlatan Ibrahimovic (Schweden/Inter Mailand, dann FC Barcelona)50
8.Wayne Rooney (England/Manchester United)35
9.Didier Drogba (Elfenbeinküste/FC Chelsea)33
10.Steven Gerrard (England/FC Liverpool)32
...
13.Edin Dzeko (Bosnien/VfL Wolfsburg)12
25.Diego (Brasilien/Werder Bremen, dann Juventus Turin)3

Quelle: France Fooball

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