Italien: Staatsanwalt vernimmt Verdächtige
Potenza (dpa) - 24.11.2009, 14:59 Uhr
Giuseppe Postiglione (l) wird von einem Polizisten abgeführt.
Nach den Festnahmen im italienischen Fußball-Wettskandal vernimmt die Staatsanwaltschaft die neun Verdächtigen. In Potenza befassten sich die Ermittler zunächst mit dem Präsidenten des Fußball-Drittligisten Potenza Calcio, Giuseppe Postiglione. Der 27-Jährige soll 400 000 Euro mit Wetten auf manipulierte Spiele der zweiten und dritten Liga eingenommen haben. Außerdem wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, das Drittligaspiel gegen den Ligarivalen Salernitana in der Spielzeit 2007/2008 für 150 000 Euro verkauft zu haben. Eine Verbindung zu den Drahtziehern im europäischen Wettskandal soll es nicht geben. Postiglione und den übrigen Inhaftierten werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Verbindungen zur Mafia, undurchsichtige Baugeschäfte, Schutzgelderpressung und illegales Glücksspiel vorgeworfen. Postiglione gab sich gelassen: «Nur die Ruhe, ich werde bald wiederkommen», sagte er nach Angaben der «La Gazzetta dello Sport».
Das Schmiergeld für die an Salerno verkaufte Fußballpartie soll Postiglione vom jetzigen Manager des Fußballclubs Pro Vastese, Luca Evangelista, erhalten haben. Der Ex-Fußballer sitzt ebenfalls in Haft. Um die Niederlage seines Teams sicherzustellen, soll Postiglione den Einsatz von drei Stammspielern verboten haben, weshalb Trainer Arleo wütend zurücktrat. Der italienische Fußballverband (FIGC) hat Ermittlungen gegen Postiglione und die übrigen involvierten Sportfunktionäre eingeleitet. Insgesamt sollen Postiglione und seine Bande mindestens acht Spiele manipuliert haben. Die von Potenzas Anti-Mafia-Staatsanwalt Francesco Basentini angeführten Ermittler haben in der süditalienischen Stadt 20 Verdächtigte im Visier, darunter einen bekannten Mafioso und mindestens einen Politiker.
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