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Wettskandal: Weiterer Fall in der Schweiz

Zürich (dpa) - 23.11.2009, 16:14 Uhr

Mit dem Wetten auf Fußball-Spiele werden jedes Jahr Milliarden Euro umgesetzt.
Mit dem Wetten auf Fußball-Spiele werden jedes Jahr Milliarden Euro umgesetzt.

In der Schweiz ist nach dem Zweitligisten FC Thun nun ein weiterer Verein von Ermittlungen im Fußball-Wettskandal betroffen. Der Zweitligist FC Gossau hat seinen Mittelfeldspieler Mario Bigoni suspendiert.

Das bestätigte Vereinspräsident Roland Gnägi in der Zeitung «Blick». Bigoni sei geständig, berichtet die Zeitung. Laut Gnägi hat der 25-Jährige zugegeben, «dass in der letzten Rückrunde bei einem Spiel nicht alles sauber gelaufen» sei.

Nach den Medienberichten hatte ein Mitspieler Bigoni mit den Worten angesprochen: «Du, da ist Geld zu verdienen!». Dazu müsse es nur «ein gewisses Resultat» geben. Das sei ja kein Problem, da der FC Gossau ohnehin schon abgestiegen war. Da Bigoni inzwischen von der Polizei vernommen worden sei, sei er umgehend suspendiert worden, sagte Gnägi.

Die Schweizer Fußballverbände warten auf weitere Einzelheiten, die sie auch von den Justizbehörden in Deutschland bekommen, bis sie sich äußern wollen. So sieht es auch der Präsident des Zweitligisten FC Thun, Markus Stähli. Der Verein hatte seinen Stürmer Omar Faye gesperrt. Der 22-Jährige habe zugegeben, dass er von der Polizei vernommen wurde. «Wir haben derzeit keine weiteren Informationen, aber alle Verantwortlichen stehen in engem Kontakt», sagte Stähli. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum werden im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Spielmanipulationen durch Sportwetten allein in der Schweiz 22 Partien der 2. Liga und sechs Vorbereitungsspiele untersucht.

Der Präsident der Swiss Football League, Thomas Grimm, forderte in der «Neuen Zürcher Zeitung» «drakonische Maßnahmen für die Schuldigen». Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, sagte, er habe schon vor einigen Monaten Hinweise von der UEFA nahestehenden Personen gehabt. «Ich rechne mit einer beispiellosen und schwierigen Affäre für den europäischen Fußball», sagte er Schweizer Zeitungen.


Der österreichische Fußball-Verband forderte unterdessen für die Verantwortlichen im Wettskandal die «härteste Strafen». Es müsse ein klares Signal her, sagte der sozialdemokratische Sportminister Norbert Darabos nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA in Wien. Da zehntausende Menschen geschädigt wurden, seien höhere Strafen als für Doping angebracht.

In Österreich stehen nach Angaben der Bochumer Staatsanwaltschaft elf Spiele in der Ersten und Zweiten Liga unter Manipulationsverdacht. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssten die involvierten Vereine aus dem laufenden Spielbetrieb ausgeschlossen werden, sagte der Sportminister. Sportwetten ganz verbieten will der Politiker aber nicht: Sie seien immer Bestandteil des Sports gewesen und würden dies auch weiter sein. Um Betrug zu vermeiden, müsse man auf bessere Wettsysteme setzen.

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