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Randale in Kairo nach Fußball-Niederlage

Kairo (dpa) - 20.11.2009, 12:46 Uhr

Ägyptische «Fußballfans» liefern sich in Kairo bei der algerischen Botschaft eine Schlacht mit der Polizei.
Ägyptische «Fußballfans» liefern sich in Kairo bei der algerischen Botschaft eine Schlacht mit der Polizei.

Nach der Niederlage der ägyptischen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Algerien haben rund 2500 wütende Fans vor der algerischen Botschaft in Kairo randaliert. In Algerien hat es bei Jubelfeiern 14 Tote gegeben.

Die Randalierer in Kairo verbrannten algerische Fahnen, riefen «algerische Diplomaten raus aus Ägypten» und warfen mit Steinen nach den Polizisten, die ihnen den Weg zu der Botschaft im Stadtteil Zamalek versperrten. Die Polizei schlug mit Knüppeln zurück, nahm aber niemanden fest. Nach einigen Stunden kehrte wieder Ruhe ein, nachdem Anwohner die vorwiegend jungen Randalierer davon überzeugt hatten, «dass es doch nicht richtig ist, wenn sich die Ägypter untereinander prügeln».

Algerien hatte Ägypten im Relegationsspiel, das im Sudan ausgetragen wurde, mit 1:0 besiegt und sich damit für die Fußball-WM 2010 qualifiziert. Nach Spielende schlugen algerische Fans in Khartum auf ägyptische Zuschauer ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kairo wurden dabei 21 Ägypter verletzt.

Bereits zuvor war es vor und nach dem Heimspiel Ägyptens gegen Algerien in Kairo zu Ausschreitungen gekommen, in deren Verlauf neben vielen Fußballfans auch einige algerische Spieler verletzt wurden. Mit dem 2:0 im letzten Gruppen-Spiel hatte Ägypten das Entscheidungsmatch im Sudan erzwungen.

Die Kairoer Tageszeitung «Al-Masry Al-Yom» berichtete, der ägyptische Fußballverband wolle sich bei der FIFA über die Attacken gegen die Zuschauer in Khartum beschweren. Ägyptische Fußballfans riefen diejenigen Fans, die zu dem Spiel nach Khartum gereist waren auf, dem Verband Beweise vorzulegen. «Lasst uns dafür sorgen, dass Algerien disqualifiziert wird!», schrieb die Fangruppe der ägyptischen Nationalelf im sozialen Netzwerk Facebook.


Bei den Jubelfeiern in Algerien nach dem Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen Ägypten ist es zu zahlreichen Unfällen mit insgesamt 14 Toten gekommen. Mehr als 250 Menschen seien bei etwa 175 Unfällen verletzt worden, teilten die Behörden mit. Zudem hätten 145 Menschen infolge der Feiern Herzanfälle erlitten, davon sei jedoch keiner tödlich verlaufen.

Der Streit der Fußballfans, der von einigen Medien in beiden Staaten angeheizt worden war, hat inzwischen auch die Politik erfasst. Algerien bedauerte, dass Ägypten seinen Botschafter aus Algier zurückgerufen hatte. Die Vorwürfe gegen algerische Fans beruhten auf falschen Informationen, hieß es bei der offiziellen algerischen Nachrichtenagentur APS. Sie dienten lediglich dazu, den verdienten Sieg zu schmälern, hieß es weiter. Algerien rief dazu auf, die Lage nicht weiter eskalieren zu lassen und die guten Beziehungen zum Bruderland Ägypten nicht aufs Spiel zu setzen.

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