Die frühere französische Kolonie Elfenbeinküste erfreute sich nach der Unabhängigkeit 1960 jahrzehntelanger politischer Stabilität. Das tropische Agrarland am Atlantischen Ozean galt lange als wohlhabendster Staat Westafrikas.
Ein Militärputsch im Jahr 1999 stürzte das 322 000 Quadratkilometer große Land in eine schwere Krise. Ein Soldatenaufstand eskalierte zu einem offenen Bürgerkrieg. Die Regierung herrscht seitdem faktisch nur über den Süden der Elfenbeinküste, der Norden wird von Rebellen gehalten.
Mitten im Bürgerkrieg qualifizierte sich die Elfenbeinküste 2006 erstmals für eine Fußball-WM-Endrunde. Die «Elefanten», wie das Nationalteam genannt wird, wurden von allen Volksgruppen und den Anhängern aller politischen Lager angefeuert. Der im ganzen Land verehrte Stürmerstar Didier Drogba rief die Ivorer zu Frieden und Einheit auf und wurde in seiner Heimat als «Friedensengel» gefeiert. Eine 2007 geschlossene Friedensvereinbarung sollen zwischen den Konfliktparteien stationierte UN-Blauhelme überwachen.
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Seit dem Einstellen der Kampfhandlungen blickt auch die Wirtschaft der Elfenbeinküste nach mehreren Krisenjahren optimistisch in die Zukunft. Kakao war einst mit bis zu 40 Prozent der Ausfuhrerlöse die Hauptquelle der Exporteinnahmen. In den vergangenen Jahren ist der Kakaoexport mit unter 20 Prozent hinter den Anteil des Erdölsektors (34 Prozent) zurückgefallen. Nach einer Schätzung der Weltbank leben etwa 43 Prozent der rund 19 Millionen Ivorer unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote wird auf 40 Prozent geschätzt, bei Jugendlichen sogar auf 60 Prozent. Auch die heimische Wirtschaft setzt auf die Popularität Drogbas und benannte eine dunkle Bitterschokolade nach dem Nationalspieler - laut Werbung «stark wie Drogba».