Bayerns David Alaba: Ein «Juwel» aus Österreich
München (dpa) - 17.11.2009, 10:48 Uhr
David Alaba kickt zur Zeit noch in der dritten Liga für den FC Bayern München.
Mit Lobeshymnen kennt sich David Alaba derzeit so gut aus wie kaum ein anderer beim FC Bayern München. Vieles liegt nach den Rückschlägen der Vergangenheit im Argen rund um die Säbener Straße; der Aufstieg des offensivstarken Fußballers nimmt aber rasant an Tempo zu. Alaba ist erst 17, ein Kind fast noch, aber hochgelobt: Ein «Juwel», ein «Segen», ein «Jahrhundert-Talent». Im Oktober debütierte Alaba in der österreichischen A-Nationalelf, am 18. November darf er in Wien gar auf einen Einsatz gegen Europameister Spanien hoffen. Im Alltag ist er Stammspieler im Drittliga-Team des deutschen Rekordmeisters und wohnt noch im Jugendinternat. «Ich hätte nicht mit einer Nominierung fürs Spanien-Spiel gerechnet. Was mir gerade passiert, ist natürlich für jeden Jungen ein Traum», sagte Alaba. Nach seinem ersten Auftritt im rot-weißen Nationaldress mochten die Lobeshymnen nicht enden, obwohl Alaba gegen Frankreich (1:3) nur 10 Minuten gespielt hatte. Und doch überwog der Optimismus in Österreichs Medien, wegen des «Jahrhundert-Talents» Alaba. «Es ist natürlich mein Ziel, später auch in München zu den Profis zu stoßen. Aber ob ich die Chance erhalte, ist die Entscheidung des FC Bayern und der Trainer.»
Nationaltrainer Dietmar Constantini sieht in dem bis dato jüngsten Austria-Auswahlkicker eine «Zukunftsaktie», U-21-Coach Andreas Herzog spricht von «einem Juwel, einem Segen, dem allergrößten österreichischen Talent von allen». Im September debütierte Alaba bei Herzog, bereitete prompt das Siegtor vor - und sagte wieder Servus: Richtung A-Team. Alaba ist in Wien geboren, die Mutter kommt von den Philippinen, der Vater ist Nigerianer. Er hätte für viele Länder spielen können, «aber für mich war es nie eine Frage, dass ich für Österreich auflaufe», sagt Alaba. Die Kultur des Landes habe ihn geprägt, auch wenn er nun in München lebt. Von 13 großen Talenten im clubeigenen Internat direkt am Vereinsgelände gilt er als das größte, vor allem aber ist er hier der älteste. Und das ist ungewöhnlich - sonst war Alaba in all den Jahren immer der Jüngste. Mit 14 stand er in der U 17 seines Heimat- Clubs Rapid Wien, mit 15 in der U 19. Und nun schon in der A-Auswahl. Alaba ist ein Senkrechtstarter mit einer selten großen Begabung, wie ihm alle bescheinigen. Er will etwas daraus machen, ohne abzuheben. «Meine Eltern und Freude achten schon drauf, dass das nicht passiert. Ich werde am Boden bleiben, auch wenn ich Träume habe.» Als er sich im Sommer 2008 für München entschied, hätte er auch nach Frankreich, Italien oder Spanien gehen können. «Es lagen viele Anfragen vor.» Aber er ging zum FCB - auch der Nähe zur Heimat wegen. «Ich verstehe mich mit allen im Internat gut. Allein fünf kommen aus Österreich, das passt also perfekt.» Ein paar Mal durfte Alaba schon unter Profi-Coach Louis van Gaal mittrainieren - um im Notfall bereit zu stehen: Zu Saisonbeginn setzte ihn der Rekordmeister sogar mit auf die Meldeliste in der Champions League.
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