Kritik an Rehhagel: «Danke und auf Wiedersehen»
Athen (dpa) - 16.11.2009, 12:24 Uhr
Otto Rehhagel (r) ist seit acht Jahren Trainer in Griechenland.
Otto Rehhagel hat vor dem entscheidenden Playoff-Spiel in der Ukraine seinen Sympathie-Bonus in Griechenland endgültig aufgebraucht. «Dankeschön und auf Wiedersehen» - mit dieser Schlagzeile forderte die angesehenen politischen Zeitung «Ta Nea» erstmals das Ende der achtjährigen Ära des Fußball-Nationaltrainers. Dabei dürfte der 71-Jährige bei einer erfolgreichen WM-Qualifikation in Südafrika laut Vertrag noch auf der Bank sitzen. «Das, was nach der Glorie des EM-Gewinns 2004 - der noch unsere Seelen erleuchtet - bleibt, ärgert mehr als dass es uns eine Hoffnung gibt», schrieb das Blatt über den Europameister-Trainer von 2004. Als Nachfolger wird bereits Ewald Lienen gehandelt, der derzeit noch beim Zweitligisten 1860 München tätig ist und auf Erfahrungen bei Panionios Athen verweisen kann. Nach dem lausigen 0:0 im Hinspiel im halbleeren Athener Olympiastadion hatten die Medien Rehhagel erneut für seine Defensiv-Taktik kritisiert. Torjäger Theofanis Gekas von Bayer Leverkusen, der die einzige Spitze spielte, hatte nach 65 Minuten Angelos Charisteas Platz machen müssen. Für das Rückspiel plant Rehhagel nach übereinstimmenden Berichten der Sportpresse, erneut auf ein torloses Remis zu setzten - in der Hoffnung, nach einer Standardsituation doch noch ein Tor zu erzielen.
Es ist ausgerechnet Rehhagels 100. Spiel für die Griechen. Seine Bilanz: 51 Siege, 22 Unentschieden und 26 Niederlagen. «Das Spiel in der Ukraine kann das letzte für Otto Rehhagel sein. Um ehrlich zu sein: Es muss das auf Wiedersehen Ottos in einem Land sein, das ihn verehrt und ihn zu ihrem Fußball-Gott erklärt hat. Unabhängig davon, ob die Qualifikation für die WM gelingt oder nicht: Der Kreis hat sich geschlossen...», schrieb «Ta Nea» weiter. Die Nationalelf habe sich bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz blamiert, als sie ohne einen Punktgewinn nach der Vorrunde ausschied. «2009 konnte sie sich nicht in einer Kindergarten-Qualifikationsgruppe nicht durchsetzen», kritisierte die Zeitung. «Die Fans auf den Tribünen sind verärgert und pfeifen gelegentlich Rehhagel aus. Aus allen diesen Gründen muss Rehhagel gehen, ehe sein Bild verblasst.»
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