Nigeria und Kamerun im Rausch: Ägypten hofft
Hamburg (dpa) - 15.11.2009, 13:54 Uhr
Die Nigerianer Joseph Yobo (l) und Obafemi Martins jubeln über Obafemis Tor.
WM-Rausch in Nigeria und Kamerun, Entsetzen in Tunesien und Hoffnung in Ägypten: Zum Abschluss der Afrika- Ausscheidung qualifizierten sich die «Super Eagles» aus Nigeria durch das 3:2 in Kenia mit 12 Punkten für die WM 2010 in Südafrika. Mosambik leistete in der Gruppe B durch das 1:0 gegen Spitzenreiter Tunesien (11) überraschend Schützenhilfe. Kamerun ist nach dem mühelosen 2:0 in Marokko zum sechsten Mal bei einer WM-Endrunde dabei. In der Gruppe C zitterte sich Ägypten in Kairo erst in der 5. Minute der Nachspielzeit zum 2:0 gegen Algerien und erzwang dadurch ein Entscheidungsspiel zwischen den nun punkt- und torgleichen Teams im Sudan. «Ich habe immer an uns geglaubt, aber das war ein extrem explosives Spiel. Jetzt geht die Arbeit für uns erst richtig los», kommentierte Nigerias Coach Shaibu Amodu, nachdem die vierte WM-Teilnahme feststand. «Ich muss meinem Team ein großes Kompliment machen.» Der Wolfsburger Stürmer Obafemi Martins war mit zwei Treffern (62./83.) der Mann des Tages. Die nigerianischen Stars schickten verbale Dankesgrüße nach Mosambik, wo die Tunesier die schon sicher geglaubte WM-Qualifikation noch verschenkten. Bei der WM 1994 in den USA und 1998 in Frankreich war Nigeria jeweils im Achtelfinale gescheitert. 2002 in Japan/Südkorea war bereits in der Vorrunde Schluss.
In Kamerun wurde das versöhnliche Ende nach dem missglückten Start in die WM-Qualifikation wie ein Nationalfeiertag zelebriert. Nach der 0:1-Pleite gegen Togo und dem 0:0 gegen Marokko waren die «unzähmbaren Löwen» Tabellenletzte und der deutsche Coach Otto Pfister musste gehen. Mit dem französischen Trainer Paul Le Guen kam der Erfolg zurück. «Mit Le Guen haben wir mehr Professionalität bekommen», lobte Routinier Geremi. Achille Webo (18.) und Samuel Eto'o (52.) trafen zum verdienten 2:0 in Fez. Die Kameruner haben jetzt die Chance, im kommenden Jahr in Südafrika ihren WM-Vorrunden- Fluch zu beenden. Bis auf die WM 1990 in Italien, als Kamerun sogar ins Viertelfinale kam, war immer in der ersten Runde Endstation. Ägypten und Algerien müssen dagegen nachsitzen. Beim brisanten Duell vor 75 000 Zuschauern in Kairo gingen die Gastgeber um Dortmunds Bundesliga-Profi Mohamed Zidan durch Amr Zaki zwar früh in Führung (2.), doch erst Sekunden vor Ablauf der sechsminütigen Nachspielzeit erlöste Mohamed Abutreika den sechsmaligen Afrika- Meister, der weiter auf die erste WM-Teilnahme seit 1990 hoffen darf.
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