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Spanien lacht: Real-Aus gegen Drittligisten

Madrid (dpa) - 11.11.2009, 13:05 Uhr

Reals Rafael Van der Vaart (r) wird von Alcorcons Bejar gefoult.
Reals Rafael Van der Vaart (r) wird von Alcorcons Bejar gefoult.

Ganz Spanien lacht über Real Madrid. Die teuerste Fußballelf der Welt ist im spanischen Fußballpokal gleich in der ersten Hauptrunde am Drittligisten AD Alcorcón gescheitert. «Eine historische Lachnummer», titelte das Madrider Sportblatt «Marca».

«Noch nie in seiner 107-jährigen Vereinsgeschichte hat Real sich so sehr blamiert wie jetzt in der Copa del Rey.» Die «Königlichen» waren angetreten mit dem Vorsatz, die 0:4- Blamage aus dem Hinspiel wettzumachen. Statt einer dramatischen Aufholjagd gab es im Rückspiel aber nur ein mageres 1:0 (0:0) gegen den Vorstadtclub. Den einzigen Treffer erzielte der frühere HSV- Kapitän Rafael van der Vaart in der 80. Minute.

Mit dem Pokal-Aus verpassten die Madrilenen ihr erstes Saisonziel: Die für eine Rekordsumme von 250 Millionen Euro verstärkte Elf kann das «Triple» von Meisterschaft, Champions-League- und Pokalsieg nicht mehr erreichen. «Das Sportblatt «As» brachte das Fiasko auf den Nenner: «Alcorcón versenkt die Titanic.»

Die 80 000 Zuschauer im ausverkauften Bernabéu-Stadion forderten den Hinauswurf von Trainer Manuel Pellegrini und schwenkten in der Schlussphase der Partie ins Lager des Gegners über. Mit «Olé»-Rufen ließ das Publikum die Kicker aus der Vorstadt hochleben. Dabei hatte es am Einsatz der «Galaktischen» nicht gelegen. Das von dem Brasilianer Kaká angeführte Starensemble ging engagierter zu Werke als im Hinspiel. Aber nicht einmal mit zusammengebissenen Zähnen konnten die Madrilenen die Abwehr des tapfer verteidigenden Drittligisten überwinden.

«Ich hätte erwartet, dass Real uns gefährlicher werden würde», wunderte sich Alcorcóns Trainer Juan Antonio Anquela. Sein Team rangiert in der 2. Staffel der dritten Liga auf dem 6. Platz. Die Spieler verdienen durchschnittlich 3000 Euro im Monat, 280-mal weniger als die Stars von Real. Das Vereinsbudget beläuft sich auf eine Million Euro, das der Madrilenen auf 420 Millionen.

«Wenn man keinen guten Fußball spielt, ist es schwer, Tore zu schießen», räumte Reals Sportdirektor Jorge Valdano ein. Im Zentrum der Kritik steht der Trainer. «Pellegrini hat die besten Spieler der Welt bekommen, aber er ist nicht in der Lage, daraus eine Mannschaft zu formen», meinte «Marca». Das in Barcelona erscheinende Fachblatt «Sport» brachte die Lage des Reals Trainers auf den Nenner: «Pellegrini sitzt auf einem elektrischen Stuhl. Clubchef Florentino Pérez hat den Schalter schon in der Hand.» Zu allem Überfluss unterlief den Real-Verantwortlichen ein peinlicher Fehler: Sie verzichteten auf den Einsatz von Sergio Ramos, weil sie annahmen, der Verteidiger wäre gesperrt. Dies war jedoch ein Irrtum.


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