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Seifenoper zu Ende: Portugal ohne Ronaldo

Lissabon (dpa) - 10.11.2009, 21:00 Uhr

Die Verletzung von Cristiano Ronaldo wurde nach einer Untersuchung auch vom portugiesischen Verband anerkannt.
Die Verletzung von Cristiano Ronaldo wurde nach einer Untersuchung auch vom portugiesischen Verband anerkannt.

Die Seifenoper um Fußball-Megastar Cristiano Ronaldo ist endgültig zu Ende. Portugal muss die letzte Hürde auf dem Weg zur WM 2010 in Südafrika ohne seine stärkste Waffe nehmen.

«Der Spieler ist körperlich nicht in der Lage (...) an den Spielen (gegen Bosnien am 14. und 18. November) teilzunehmen», teilte der Nationalverband FPF in Lissabon nüchtern mit. Das wusste man beim Ronaldo-Club Real Madrid längst. Obwohl Bescheinigungen der Madrider Ärzte vorlagen, pochte der FPF darauf, dass der Weltfußballer mitten in der Rehabilitationsphase die Knöchelverletzung vor portugiesischen Ärzten nachweist. Medien in Portugal sprachen von «Krieg» zwischen den iberischen Nachbarn.

«Es geht nicht um Egos oder Launen, sondern um Normen und Rechte», hatte Portugals Trainer Carlos Queiroz beteuert. Aber spanische Medien äußerten die Mutmaßung, der 56-jährige Coach wolle den «Königlichen» eins auswischen, weil Real ihn 2004 nach nur zehn Monaten gefeuert hatte. Und so musste Ronaldo schnell in die Heimat und sich dort einer Untersuchung unterziehen. Wortlos landete der Sonnyboy und wortlos bestieg er wieder den Flieger Richtung Madrid.

Ronaldo hatte sich die Verletzung im rechten Sprunggelenk am 30. September im Champions-League-Spiel von Real gegen Olympique Marseille (3:0) zugezogen. Am 10. Oktober spielte er mit Portugal gegen Ungarn (3:0) in der WM-Qualifikation und musste verletzt ausgewechselt werden. Danach verschlimmerte sich die Blessur.

Ronaldo hat nun daheim bewiesen, dass er wirklich verletzt ist. Sein Leiden hört aber nicht auf. Gemeint ist nicht nur das körperliche: In Portugal ist man immer weniger gut auf ihn zu sprechen. «Haben wir nur diesen einen Spieler? Wir brauchen nur diejenigen, die das Trikot wirklich gern tragen», schrieb ein Fan in einem Onlinekommentar des Massenblattes «Correio da Manha». Die Zeitung hatte den Spieler in ihrer Ausgabe vom 10. November an den Pranger gestellt: «Ronaldo will nicht nach Portugal kommen».

Viele Portugiesen werfen Ronaldo inzwischen nicht nur Arroganz vor, sondern auch mangelhaften Einsatz im Trikot des WM-Vierten von 2006. Eine Zeitung schrieb, Ronaldo mache sich mehr Sorgen um seine Frisur als um Portugal. Der Ex-Spieler von Manchester United traf in der WM-Qualifikation nicht ein einziges Mal. Das letzte Tor Ronaldos in einem Pflichtländerspiel liegt über ein Jahr zurück (Euro 2008 gegen Tschechien). Die Worte von Nationalmannschaftskamerad Hugo Almeida von Werder Bremen kann man denn auch so oder so deuten. «Wir hatten schon andere Spiele ohne Ronaldo und haben gewonnen», sagte er. Das bedeute aber nicht, dass man Ronaldo nicht benötige.


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