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«Tag der offenen Tür» in Frankreich

Paris (dpa) - 09.11.2009, 12:56 Uhr

«Tag der offenen Tür» im französischen Fußball: Die Titelfavoriten Olympique Lyon und Olympique Marseille trennten sich in der Ligue 1 in einem spektakulären Match 5:5 (2:2).

Der Torregen spitzte sich am Ende der Partie im Stade Gerland noch zu, denn allein in den letzten 13 Minuten fielen fünf Treffer. «Eine verrückte Sache», titelte das Sport-Blatt «L'Equipe». Das Fachmagazin «France Football» bedankte sich in der Onlineausgabe kurzum: «Merci Messieurs» (Danke, meine Herren). Ein 5:5 hatte es in Frankreich zuletzt 1957 im Spiel Nizza gegen Lille gegeben.

Doch damit der Überraschungen nicht genug. Der zweimalige Bayern- München-Bezwinger Girondins Bordeaux verlor beim Tabellen-15. OSC Lille durch Tore von Yohan Cabaye (70.) und Florent Balmont (87.) völlig überraschend 0:2 (0:2). Mit 25 Punkten nach zwölf Spielen bleibt Meister Bordeaux aber Erster vor Lyon (24), AJ Auxerre (23) und AS Monaco (22). Mit 19 Zählern, aber einem Spiel weniger, liegt Marseille, das teuerste Team der Liga, derzeit nur auf Platz acht.

In Lyon hatten vor 38 000 Besuchern Miralem Pjanic (3. Minute) und Sidney Gouvou (13.) sowie Souleymane Diawara (12.) und Benoit Cheyrou (44.) für die Gäste getroffen. Als «OM» dank Bakari Koné (47.) und Brandao (80.) auf 4:2 davonzog, schien «OL» geschlagen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Mit einem Doppelpack des Argentiniers Lisandro López (81./84., Handelfmeter) und einem Treffer von Bastos (90.) drehte Lyon den Spieß um, ehe Marseille durch ein Eigentor von Jeremy Toulalan (90.+3) doch noch den jedoch verdienten Ausgleich schaffte.

Lyon-Coach Claude Puel sprach zurecht von einem «spektakulären Spiel» und würdigte den «Charakter» seiner Schützlinge. Amtskollege Didier Deschamps war dagegen «sehr enttäuscht», denn sein Team sei besser gewesen. «Es wird problematisch, wenn man sechs Tore schießen muss, um zu gewinnen, vor allem auswärts», sagte der Weltmeister von 1998. Seine Abwehr habe viele Fehler gemacht. Die Medien waren aber aus dem Häuschen: «Eine heldenhafte Schlacht», meinte «France Football». Und «Sport 24» staunte: «Verrückt, verrückt, verrückt.»

Vor Frankreichs WM-Relegation gegen Irland löste das 5:5 aber nicht nur Begeisterung, sondern auch Sorgen aus, denn in Lyon standen die beiden Nationaltorhüter Hugo Lloris und Steve Mandanda nicht unbedingt positiv im Mittelpunkt. Auch der «Dritte im Bunde», Cedric Carrasso aus Bordeaux, gab in Lille keine gute Figur ab. «France Football» sieht daher im Tor einen «roten Alarm bei den Blauen».


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