Der neue polnische Fußball-Nationaltrainer Franciszek Smuda lässt im Kampf um Sebastian Boenisch vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen nicht locker. «Ich denke, ich werde mich mit ihm einigen», sagte Smuda in Warschau.
Er werde zum Sonntagsspiel Werders gegen Borussia Dortmund nach Bremen reisen und dort Boenisch und dessen Eltern zu einem Gespräch treffen. Smuda lobte Boenisch als einen «hervorragenden Spieler». Wenn der deutsche U 21-Europameister sich für Polen entscheide, werde er ihn in die Mannschaft aufnehmen, versicherte Smuda.
Boenisch, der für die U 20 und U 21 des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bisher insgesamt 22 Partien bestritt, stammt wie Nationalstürmer Lukas Podolski aus dem polnischen Gleiwitz. So lange er noch kein A-Länderspiel bestritten hat, wäre ein Wechsel in einen anderen Verband möglich. «Ich habe mich damals klar für den DFB ausgesprochen, weil ich wusste, woran ich bin», sagte Boenisch der «Kreiszeitung Syke». Jetzt könnte der Linksverteidiger aber ins Schwanken geraten. «Fakt ist, dass ich momentan keine Rückendeckung vom DFB habe. Ich weiß nicht, wo ich stehe und ob der DFB noch mit mir plant», erklärte Boenisch.
Smuda kündigte zudem an, sich auch um andere polnischstämmige Spieler in Deutschland zu bemühen. Aus ihnen könne man eine gute Mannschaft aufbauen, sagte der 61-Jährige. Smuda trat die Nachfolge des als Nationaltrainer entlassenen Niederländers Leo Beenhakker an. Smuda soll die Nationalelf auf die Europameisterschaft 2012, die Polen zusammen mit der Ukraine ausrichtet, vorbereiten.