Smuda neuer Nationaltrainer in Polen
Warschau (dpa) - 29.10.2009, 20:27 Uhr
Franciszek Smuda ist neuer Trainer der polnischen Nationalmannschaft.
Nach dem klaren Scheitern in der WM-Qualifikation unter Leo Beenhakker soll Franciszek Smuda Polens Fußball-Nationalelf für die Heim-Europameisterschaft 2012 wieder stark machen. Der Polnische Fußball-Verband (PZPN) verpflichtete den 61 Jahre alten Routinier, der die polnische und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, in Warschau als Nationalcoach. «Smuda ist eine starke Persönlichkeit und besitzt Charisma», begründete PZPN-Vorstand Antoni Piechniczek die Entscheidung. Smuda habe nun zweieinhalb Jahre Zeit, um die Fußball-Auswahl des Landes auf die EURO 2012 vorzubereiten, die Polen gemeinsam mit der Ukraine ausrichten wird. Smuda setzte sich gegen insgesamt 19 Mitbewerber - 14 aus dem Ausland und fünf aus Polen - durch und ersetzt Leo Beenhakker. Der niederländische Coach war vor zwei Monaten entlassen worden, nachdem Polen in der Ausscheidung für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf der Strecke geblieben war. Smuda, der Polens Auswahl erstmals am 14. November im Spiel gegen Rumänien betreuen wird, ist Wunschtrainer der Fans. In einer in dieser Woche veröffentlichten Umfrage nannten mehr als 50 Prozent der Befragten ihn als Top-Kandidaten. Der Fußball-Verband erhofft sich deshalb von Smudas Berufung auch eine Entschärfung des Konflikts zwischen PZPN und einem Teil der Fans.
Smuda ist derzeit noch für den polnischen Erstligisten Zaglebie Lubin tätig. Er hatte in den 1980er Jahren als Trainer den VfB Coburg, ASV Forth und 1. FC Herzogenaurach in Deutschland betreut; zudem war er Student an der Kölner Sportakademie. Als Vereinscoach gewann er mit Widzew Lodz (1996, 1997) und Wisla Krakaz (1999) dreimal den polnischen Meistertitel und holte zudem in diesem Jahr mit Lech Posen den polnischen Pokal. Laut Berichten der Zeitung «Rzeczpospolita» pflegt Smuda seine Spieler stets mit dem Spruch «Habt keine Angst, Ihr trinkt dasselbe Wasser wie der AC Milan» zu ermuntern. In letzter Zeit allerdings erfolglos: Seine Mannschaft aus Lubin holte nur sechs Punkte aus elf Spielen und belegt derzeit in der 1. Liga den letzten Tabellenplatz.
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