Matthäus sagt Trainerjob in Argentinien ab
Buenos Aires (dpa) - 28.10.2009, 15:38 Uhr
Lothar Matthäus 2005 als ungarischer Nationaltrainer.
Das Trainer-Engagement von Lothar Matthäus beim argentinischen Erstligisten Racing de Avellaneda ist geplatzt, über die Gründe wird aber noch gestritten. Deutschlands Fußball-Rekordnationalspieler erklärte, er werde die Job-Offerte nicht annehmen. «Nach langer Zeit des Überlegens muss ich das Angebot von Racing leider ablehnen. Das Gesamtkonzept passte nicht», sagte der 48-Jährige der Zeitung «Express». Die Argentinier beharrten hingegen darauf, sie hätten Matthäus ausgeladen. «Racing hat die Entscheidung gefällt, dass Matthäus nicht kommen soll», zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Telam Club-Präsident Rodolfo Molina. Wie die «Bild»-Zeitung berichtet, hat Matthäus in der Nacht per SMS abgesagt. «Seitens Racing waren alle Forderungen erfüllt», erklärte Juan Cobian, ein in die Gespräche involvierter Berater, dem Blatt. «Dann kam die Absage per SMS in der Nacht. Das war lächerlich. Wir sind alle enttäuscht.» Der Weltmeister von 1990 sollte nach «Bild»-Informationen einen Vertrag bis 2011 - inklusive Ausstiegsklausel für den Sommer 2010 - erhalten.
Dabei schien es so, als hätte der argentinische Verein ganz auf den ehemaligen Weltklasse-Kicker gesetzt. Matthäus sollte schon am kommenden Wochenende als neuer Trainer bei Racing Club de Avellaneda auf der Bank sitzen. Er war zur Vorbereitung auf die Partie gegen Atlético de Tucumán in Argentinien erwartet worden. Dies hatte der Vize-Präsident des vom Abstieg bedrohten und hoch verschuldeten Clubs, Pablo Podestá, noch zu Wochenbeginn mitgeteilt. Matthäus hatte sich laut Podestá wegen organisatorischer Fragen schon mit dem Club in Verbindung gesetzt. «Er beabsichtigt, die Mannschaft gleich am Donnerstag zu übernehmen. Und Samstag dirigiert er das Spiel gegen Tucumán». Wegen der Sprache werde es keine Probleme geben. «Mit Interimscoach Juan Barbas wird Matthäus Italienisch sprechen können, und wir haben auch einen Sporttrainer, der Deutsch spricht», betonte er. Den Dolmetscher kann sich der Verein nun sparen - ein Trainer wird weiter gesucht.
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