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Nachspiel für Maradona: FIFA will ein Verfahren

Kairo (dpa) - 16.10.2009, 20:14 Uhr

Maradona feiert ausgelassen den Sieg in Uruguay.
Maradona feiert ausgelassen den Sieg in Uruguay.

Die verbalen Entgleisungen nach dem Jubel über die WM-Qualifikation haben für Argentiniens Nationalcoach Diego Armando Maradona ein Nachspiel.

Der Disziplinarausschuss des Internationalen Fußballverbands FIFA werde ein Verfahren gegen Maradona eröffnen, kündigte Verbandschef Joseph Blatter am Rande der U-20-WM in Kairo an. «Die Berichte, die wir bislang bekommen haben, lassen uns keine andere Alternative als den FIFA-Disziplinarausschuss zu bitten, ein Verfahren gegen den Trainer Diego Armando Maradona zu eröffnen», sagte Blatter.

Zuvor erklärte Maradona in einem Radio-Interview, dass seine Kommentare ein sehr großer Ausbruch nach einer Woche mit viel Kritik gewesen seien. «Wenn sich jemand verletzt fühlt, werde ich mich entschuldigen, wenn sie wollen. Und wenn nicht, dann tut es mir leid.» In einem weiteren, etwas später geführten Interview gab der seit jeher exzentrische Maradona folgendes von sich: «Es gibt nichts, für das ich mich entschuldigen muss.»

Die argentinische Fußball-Ikone, die als Trainer der Albiceleste schwere Zeiten trotz geschaffter Qualifikation durchmacht, hatte nach dem 1:0-Sieg in Uruguay Journalisten und Kritiker bei einer live im Fernsehen gezeigten Pressekonferenz in einem ordinären Wutausbruch beschimpft, der wohl seines gleichen sucht. «Denjenigen, die nicht an mich geglaubt haben, sage ich - die Damen mögen das entschuldigen - ihr könnt mir einen blasen», hatte Maradona getobt. Zudem sorgte er mit weiteren Vulgär-Attacken für Empörung.

In Schutz genommen wurde Maradona, der mit seiner Mannschaft durch das 1:0 das Ticket zur WM-Endrunde gelöst hatte, vom nationalen Verbandsboss. Der Nachrichtenagentur AP sagte er, «wenn es ein anderer Trainer oder Spieler gewesen wäre, wäre die Sache nicht so wichtig». Jeder wisse, dass Maradona eine temperamentvolle Person sei «und er hat schon gesagt, dass er so nicht noch einmal reden wird». Der Argentinische Verband AFA werde noch über den Vorfall sprechen.

Grondona, immerhin FIFA-Vizepräsident und derjenige, der Maradona vor einem Jahr das Amt als Nationalcoach überantwortet hat, bat in einem Radio-Interview noch einmal für Verständnis: «Man muss verstehen, wie Maradona ist.» Das rechtfertige allerdings auch nicht nicht seinen Ausbruch.


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