Feuerwerk in Belgrad: Serbien feiert WM-Teilnahme
Belgrad (dpa) - 11.10.2009, 14:10 Uhr
Vor dem Feuerwerk feiern Serbiens Kapitän Dejan Stankovic (r) und Ivica Dragutinovic den Sieg.
Feuerwerk in Belgrad, Tristesse in Frankreich: Die Serben berauschten sich beim 5:0 (1:0) gegen Rumänien selbst und schafften mühelos die Qualifikation für die Fußball-WM 2010. In einem offenen Bus ließen sich der überragende Ex-Berliner Marko Pantelic und Co. durch Belgrad fahren, begleitet von Kolonnen hupender Autos, die bis in die frühen Morgenstunden die Innenstadt verstopften. Die ernüchterten Franzosen, die auch ohne den verletzten Bayern-Star Franck Ribery die Färöer 5:0 (2:0) deklassierten, müssen dagegen in den Playoffs nachsitzen. «Es bringt nichts, sich zu ärgern», kommentierte Frankreichs umstrittener Coach Raymond Domenech, der jederzeit über den Zwischenstand in Belgrad informiert war. Mit einer Offensiv-Gala servierte Serbien die überforderten Rumänen ab und hofft jetzt auf ein besseres WM-Abschneiden als 2006 in Deutschland. Unter dem Namen Serbien und Montenegro war das Team mit drei Niederlagen bereits in der Vorrunde gescheitert. «Der Unterschied zu 2006 ist, dass wir offensiv viel mehr Variationen haben und uns Coach Antic ständig nach vorne treibt», meinte Pantelic, der nach dem 1:0 durch Nikola Zigic (37.) auf 2:0 (50.) erhöhte. Die restlichen Treffer erzielten VfB Stuttgart-Profi Zdravko Kuzmanovic (64.) und Milan Javanovic (85./90.).
«Das war die schönste Nacht in der Geschichte des serbischen Nationalteams», titelte die Zeitung «Press». «Die Adler fliegen zur WM», lauteten unisono die Schlagzeilen in den anderen Blättern. Nationalcoach Radomir Antic hatte schon kurz nach Spielende immer wieder unter Tränen gesagt: «Danke, meine Jungs!» und «Für solche Spiele lebt man!» «Serbien fährt nach brillantem Spiel nach Afrika», freute sich die Zeitung «Politika». Die Freude für die serbischen Fans war doppelt schön, weil Erzrivale Kroatien durch das 1:0 der Ukraine gegen England wahrscheinlich endgültig die Chance zur Teilnahme am Turnier in Südafrika verspielt hat. Frankreich muss unterdessen in der Relegation «aufwachen und zeigen, dass wir wissen, worum es geht», forderte die Sportzeitung «L'Equipe». Wenigstens ist das Team von Domenech in den Playoffs gesetzt. «Besser in der Verlängerung zur WM als gar nicht», sagte Stürmerstar Thierry Henry fast trotzig. Bei den beiden entscheidenden Spielen ist dann vielleicht auch Ribery wieder dabei.
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