Nordisches Final-Duell: Dänemark gegen Schweden
Kopenhagen (dpa) - 08.10.2009, 10:44 Uhr
Zlatan Ibrahimovic (vorn) geht im letzten Spiel gegen Dänemark (Juni 2009) zum Ball.
Mit ungewohnt harten Bandagen gehen Dänemark und Schweden in ihr «Endspiel» um das direkte Ticket zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. «Wir wollen den Thron in Nordeuropa zurückerobern», kündigte der Däne Christian Poulsen von Juventus Turin an. Die Platzherren können mit einem Sieg den ersten Platz der Gruppe 1 sichern, wären aber auch bei nur einem Punkt weiter gut im Rennen. Schweden dagegen muss unbedingt gewinnen, will man nicht am Ende sogar noch den zu Relegation berechtigenden zweiten Gruppenplatz an die Portugiesen um Superstar Christian Ronaldo abgeben. Schwedens Sturm-Ass Zlatan Ibrahimovic vom FC Barcelona macht sich und den «Blau-Gelben» Mut und spottet über den Gegnern: «Die Dänen wollen 4-3-3 spielen wie meine Mannschaft in Barcelona. Dabei haben sie überhaupt keine technisch guten Spieler.» Ob «Ibra» und neben ihm der mit 38 Jahren reaktivierte Altstar Henrik Larsson (Helsingborg) endlich mal gut harmonieren und dann auch treffen, gilt als entscheidend für die Frage, ob Schweden zum sechsten Mal in Serie die Qualifikation für ein EM- oder WM-Turnier schafft.
Dänemark dagegen musste unter Trainer Morten Olsen zuletzt zweimal nacheinander zuschauen. Zuletzt verbauten ihnen ausgerechnet die Nachbarn von der anderen Seite des Öresund den Weg. «Das tut uns weh, und deshalb wollen wir jetzt mit einem Sieg zeigen, dass wir wieder die Nummer 1 im Norden sind», kündigte Poulsen vollmundig an. Der Ex- Schalker gilt als mitentscheidender Mann, der bei der erwarteten Schweden-Offensive im Kopenhagener Parken-Stadion abräumen und zugleich Impulse nach vorne geben soll. Dass die Dänen (18 Punkte) vor den letzten beiden Runden mit drei Zählern vor Schweden (15) und sogar mit fünf Punkten vor Portugals Star-Ensemble (13) führen, ist eine faustdicke Überraschung. In den vergangenen Jahren war aus dem einst begeisternd nach vorne stürmenden «Danish Dynamite» eine eher lahm, lust- und erfolglos kickende Truppe geworden, die nicht mehr das eigene Nationalstadion mit 40 000 Plätzen füllen konnte. Doch spätestens seit dem sensationellen Sieg in Portugal in dieser Ausscheidung ist die Nationalelf wieder «in» und wird von den Fans nach vorn gepeitscht. Entscheidenden Anteil an dieser Wende hatte Daniel Jensen von Werder Bremen mit seinem Last-Minute-Tor in Lissabon. Für die letzten beiden Heimspiele gegen Schweden und 14. Oktober gegen Ungarn hat es der monatelang verletzte Mittelfeldakteur ohne jede Spielpraxis immerhin noch ins Aufgebot geschafft. Neben ihm ist Søren Larsen von Zweitligisten MSV Duisburg der einzige Deutschland-Legionär im Dänen- Kader. Schwedens Coach Lars Lagerbäck bietet aus dem deutschen Oberhaus die Stürmer Marcus Berg (Hamburger SV) und Markus Rosenberg (Werder Bremen) auf - als Reserve für Ibrahimovic und Larsson.
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