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FIFA-Vize kritisiert Englands «lahme» WM-Bewerbung

London (dpa) - 07.10.2009, 16:47 Uhr

David Beckham (l) und Wayne Rooney machen sich stark für die englische Bewerbung.
David Beckham (l) und Wayne Rooney machen sich stark für die englische Bewerbung.

England muss im Bewerberkampf um die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 nach Auffassung von FIFA-Vize Jack Warner kräftig zulegen.

«England schleicht. Das ist besser, als still zu stehen, aber ich hätte erwartet, dass sie zu diesem Zeitpunkt schon galoppieren», sagte Warnerder britischen Zeitung «The Guardian». Der hohe Funktionär des Welt-Fußballverbandes FIFA, der zugleich Kopf des pan-amerikanischen Verbands CONCACAF ist, legte in London noch nach: «Bei der Führung von Englands Bewerbung herrscht eine Selbstzufriedenheit, die unverzeihlich ist.» Englands Konkurrenten sind unter anderem die USA, Russland, Japan, Australien sowie Spanien/Portugal, die sich gemeinsam bewerben. Die Entscheidung fällt im Dezember 2010.

«Jack war bislang sehr positiv und hat uns beraten. Sein Ratschlag war, dass wir es anders manchen als 2006, weniger auf die Pauke hauen und vom Erfolg ausgehen, sondern uns besser um- und zuhören», sagte der Vorsitzende des englischen Fußballverbands (FA), David Triesman, dem Rundfunksender BBC unter Bezug auf die letzte, gescheiterte Bewerbung Englands. Deren Motto «Football is coming Home» war vielfach als überheblich wahrgenommen worden. Triesman: «Jacks Rat ist immer willkommen.»   

Warner hielt die FA zu mehr Tempo an und forderte: «Sie müssen aggressiver sein und Leute wie Beckham einsetzen. Er ist kein großer Redner, aber er muss ihr Beckenbauer, ihr Platini sein», sagte Warner laut dem Sender «Sky Sports News» auf der Konferenz «Leaders in Football» in FC Chelseas Stadion an der Stamford Bridge.

Warner sprach sich zudem für Obergrenzen bei Spielergehältern sowie Neuerungen bei Technik und Reglement aus. Eine Beschränkung der Profi-Salärs sei notwendig, um Zustände wie in Englands Premier League zu verhindern, wo die gleichen vier Vereine seit Jahren dominieren. «Unter dem aktuellen System wird das bis zum Weltuntergang so bleiben», sagte der FIFA-Vize. Die Einführung von Kameras zur Torraum-Überwachung und genauere Zeitnahme wären wünschenswert. Auch über Mannschaften mit zehn statt elf Spielern solle man nachdenken.


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