Diskussion in Russland um Trainer Hiddink
Moskau (dpa) - 07.10.2009, 11:29 Uhr
Guus Hiddink beim Training des russischen Teams
Drei Tage vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die deutsche Mannschaft hat im russischen Fußball-Nationalteam eine Diskussion über die Zukunft von Trainer Guus Hiddink begonnen. Er wisse noch nicht, ob er seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag verlängere, sagte Hiddink der Moskauer Zeitung «Sport-Express». «Ich bin nicht mehr der Jüngste», betonte der 62-Jährige. Der russische Fußballverband RFS vermied ein klares Bekenntnis zu dem Coach. «Man muss den Ausgang der WM-Qualifikation abwarten», sagte der RFS-Vorsitzende Alexej Sorokin der Zeitung. Hiddink trainiert die Sbornaja seit 2006. Hiddink sagte, er «schließe nichts aus». Er erwarte aber keine Entscheidung vor dem letzten Qualifikationsspiel seiner Mannschaft 14. Oktober in Aserbaidschan. RFS-Chef Sorokin nannte es «logisch», sich «erst später» mit einer Vertragsverlängerung zu beschäftigen. Auch Sportminister Vitali Mutko betonte, es sei jetzt «nicht die richtige Zeit» für eine solche Entscheidung. Der Kapitän der Nationalmannschaft, Andrej Arschawin, warnte bei einem Weggang des Niederländers vor einem «Zerbrechen» des Teams. «Ohne Guus keine Mannschaft», meinte der Stürmer von Arsenal London.
Mittelfeldspieler Sergej Semak sagte, er erwarte gegen Deutschland einen defensiv eingestellten Gegner. «Sie werden konsequent verteidigen», meinte der Kapitän des russischen Meisters Rubin Kasan. Das Hiddink-Team wolle die deutsche Abwehr aber mit schnellen Kombinationen aushebeln. Semak warnte besonders vor den Standardsituationen der DFB-Mannschaft. Zudem beschäftigt die Russen vor allem die Körpergröße der deutschen Spieler. Hiddink stellte laut der Moskauer Boulevardzeitung «Komsomolskaja Prawda» fest, dass die russischen Spieler im Schnitt zehn Zentimeter kleiner sind als die deutschen. Russland habe aber keine Angst, schrieb das Blatt.
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