Istanbul (dpa) - 28.09.2009, 15:33 Uhr
Der türkische Fußball-Verein Ankaraspor des deutschen Trainers Jürgen Röber hat im Streit um einen vom Verband verfügten Zwangsabstieg aus der 1. Liga ein Gericht angerufen.
Bis zu einer Entscheidung, die in den kommenden Tagen erwartet wird, bleibe Ankaraspor in der Süper Lig, sagte ein Vereinssprecher. Ankaraspor habe sich entschieden, die Strafe nicht zu akzeptieren.
Der türkische Fußball-Verband (TFF) hatte Ankaraspor in die 2. Liga verbannt. Der Verein habe ungeachtet eines Verbands-Vetos einen Zusammenschluss mit dem Verein Ankaragücü betrieben und damit den sportlichen Wettbewerb in der laufenden Saison verzerrt, hatte der TFF erklärt. Türkischen Medienberichten zufolge haben UEFA und FIFA Rückendeckung für die Entscheidung des Verbandes gegeben.
Türkische Medien berichteten, es habe offensichtlich auch strategische Absprachen gegeben. Zudem war Ankaraspors bisheriger Fußball-Chef Ahmet Gökcek, der Sohn des Bürgermeisters, am 30. August bei Ankaragücü zum Vereinsvorsitzenden gewählt worden.
Ankaraspor hatte seinen Fans schon eine Rückkehr in die 1. Liga versprochen. «Wir werden ein Jahr warten und dann in die Süper Lig zurückkommen», zitierten türkische Medien den Club-Ehrenpräsidenten Melih Gökcek. Er ist auch Bürgermeister von Ankara. Röber hatte sich über die Entscheidung schockiert gezeigt. «So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt», wurde er zitiert. Dies gebe es nur in der Türkei.