WM ohne Weltstars? Portugal und Frankreich bangen
Lissabon (dpa) - 08.09.2009, 14:31 Uhr
Cristiano Ronaldo droht mit Portugal das aus in der WM-Qualifikation.
Vor den heißen Gruppenfinals für Cristiano Ronaldo und Franck Ribéry brodelt es gewaltig in Portugal und Frankreich. In der kriselnden «Grande Nation» wurde vor dem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Serbien ein «Putsch» der Spieler gegen Coach Raymond Domenech nur halbherzig dementiert. Fehden überschatten auch die Vorbereitung in Portugal. Die Zeitung «Correio da Manha» berichtete, das Verhältnis zwischen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und Leistungsträger Simao Sabrosa sei «im Eimer». Sabrosa solle, so das Blatt, aus der Stammelf verbannt werden. Vor allem für die Portugiesen ist die Lage düster. Der WM-Vierte von 2006 liegt in der Gruppe 1 mit zehn Zählern nur auf Platz vier hinter Dänemark (17), Ungarn (13) und Schweden (12). Ein Sieg am 9. September in Ungarn ist Pflicht, aber aus eigener Kraft kann man nicht einmal mehr die Relegation schaffen. «Wir werden bis zum Umfallen kämpfen», verspricht Abwehrmann Pepe von Real Madrid.
Frankreich will dagegen die Relegation vermeiden und durch einen Sieg bei Spitzenreiter Serbien die letzte Chance auf Platz eins in der Gruppe 7 und somit auf die direkte Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika wahren. Drei Spieltage vor Ende der Qualifikation liegt die «Equipe Tricolore» vier Punkte hinter Serbien. Bei einem Sieg in Belgrad müssen die Franzosen noch auf weitere Ausrutscher der Serben im Oktober gegen Rumänien oder in Litauen hoffen. «Ein Sieg am Mittwoch ist von lebenswichtiger Bedeutung», sagte Thierry Henry. Der 32-Jährige des FC Barcelona dementierte Medienberichte über einen Aufstand gegen Domenech. «Es gab keinen Streit», sondern «eine konstruktive Diskussion», versicherte der Teamkapitän im TV-Sender TF1. Die Zeitung «Le Parisien» hatte berichtet, dass Henry vor dem enttäuschenden 1:1 der Franzosen zu Hause gegen Rumänien Coach Domenech vor der gesamten Mannschaft kritisiert hatte. «Wir haben keinen Spielstil, keine Leitanweisungen, keine Identität. Das geht nicht», habe er gesagt. Henry dementierte diese Worte nicht, beteuerte aber, beim Weltmeister von 1998 herrsche ein «Superklima». |