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Ghanas Kicker sehen WM als «Heimspiel»

Nairobi (dpa) - 07.09.2009, 14:18 Uhr

Fußball-Fans feiern in Ghana einen Sieg in der WM-Qualifikation.
Fußball-Fans feiern in Ghana einen Sieg in der WM-Qualifikation.

«Wir sind dabei!» jubelte die «Accra Mail» auf der Titelseite, und die meisten der ghanaischen Fußballfans teilten die Begeisterung.

Als zweites afrikanisches Team nach Gastgeber Südafrika hatten sich die «Black Stars» im bis auf den letzten Platz gefüllten Stadion in Accra mit dem 2:0 über den Sudan für die Fußball-WM 2010 qualifiziert. Zwar stehen noch Begegnungen gegen Benin und Mali an, doch selbst Niederlagen könnten den Westafrikanern bei zwölf Punkten Vorsprung in ihrer Qualifikationsgruppe die zweite WM-Teilnahme nach 2006 in Deutschland nicht mehr nehmen.

Nur Stephen Constantine, der Trainer der Sudanesen, versuchte in einer ersten Reaktion den Sieg des viermaligen Afrika-Meistes kleinzureden. «Von meinen Spielern haben 18 gefastet, und das hat das Spiel stark beeinflusst» sagte er. Dabei hatte sich auch der ghanaische Torschütze Sulley Muntari an das Fastengebot im Ramadan gehalten. «Die WM in Deutschland war eine großartige Erfahrung, aber nun werden wir in Südafrika spielen, und für uns als Afrikaner ist das wie ein Heimspiel» hob der Torschütze Michael Essien (Chelsea) die besondere Bedeutung der WM-Teilnahme in einem Rundfunkinterview hervor.

In einem Glückwunschschreiben des FIFA-Organisationskomitee gratulierte dessen Vorsitzender Danny Jordaan den «Black Stars» als «einem der großartigsten Teams des Kontinents». «Es ist nur passend, dass das erste Land des Kontinents, das die Unabhängigkeit erhalten hat, sich für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden qualifiziert hat», schrieb er.

«Das heutige Ergebnis ist das Resultat harter Arbeit», bloggte der ghanaische Ex-Präsident Jerry Rawlings aus dem fernen Norwegen. «Die Reise hat gerade erst begonnen und ich appelliere an alle Spieler, (...) eine glaubwürdige Vorstellung Ghanas bei der WM sicher zu stellen.»


In Ghana wie in vielen anderen afrikanischen Ländern überwindet Fußball soziale, ethnische und religiöse Grenzen. Spieler, die als «Legionäre» in den großen europäischen Vereinen spielen, genießen in ihrer Heimat Kultstatus und sind über die Grenzen ihrer Staaten hinaus oft Volksidole.

Schon vor den Jubelfeiern von Accra bis Kumasi hat das ghanaische Sportministerium in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass in allen vier Fußballarenen des Landes Großleinwände aufgestellt werden sollen. Für die meisten Fans ist eine Reise nach Südafrika unerschwinglich - WM-Fieber im Stadion soll so trotzdem möglich sein.

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