Saisonstart mit Sorgen - Toni tippt auf Inter
Rom (dpa) - 21.08.2009, 10:59 Uhr
Ex-Werder-Profi Diego könnte zum neuen Star der italienischen Serie A werden.
«Finalmente!» In Italien rollt endlich wieder der Ball. Aber über dem einstigen Lire-Paradies für Fußballer ziehen dunkle Wolken auf. Stars wie Kaká und Zlatan Ibrahimovic sind abgewandert, die Wirtschaftskrise zwingt zum Sparen und sogar Liga-Krösus Silvio Berlusconi fordert Gehaltsobergrenzen sowie ein Ende der «Wahnsinns-Spielergehälter». Spanien und England ziehen der Serie A davon. «Mamma mia!» - als sei dies noch nicht genug, liefert sich Inter Mailands Coach José Mourinho auch noch eine kleinkarierte Fehde mit Nationaltrainer Marcello Lippi um die Frage: «Wer wird Meister?» Außer Ex-Juve-Coach Lippi, der Turin zum Top-Favoriten ernannte und damit Mourinho auf die Palme brachte, tippen alle auf den Titelverteidiger. «Inter wird Meister», sagte Bayern Münchens Stürmer Luca Toni der Deutschen Presse-Agentur und erwartet nach vier «Scudetti» in Serie Inters fünften Streich. Mit Eto'o hat der Club von Öl-Magnat Massimo Moratti Ersatz für den zum FC Barcelona abgewanderten Torschützenkönig Ibrahimovic gefunden. Kommt nun auch noch der niederländische Mittelfeldstar Wesley Sneijder von Real Madrid, steht Inter zum Ligastart gegen AS Bari besser denn je da. «So gut haben wir uns noch nie verstärkt», sagte Moratti.
Inter ist der Top-Favorit, Vize-Meister Juve der Herausforderer. Nach seinem Zwangsabstieg im Liga-Skandal 2006 ist Turin wieder Spitze. «Und in diesem Jahr wollen wir wieder was gewinnen», meint Kapitän Alessandro Del Piero. Spätestens seit der Verpflichtung von Werder Bremens Diego ist das Team von Trainer Ciro Ferrara mächtig im Aufwind. «Alle sind verrückt nach Juve», titelte «Tuttosport». Die 19 000 Dauerkarten waren schon vor dem Auftaktspiel gegen Chievo ausverkauft. Der AC Mailand dagegen hat 15 000 Dauerkarten weniger verkauft als im Jahr zuvor. Die Fans sind sauer, weil Oliver Bierhoffs Ex-Club Superstar Kaká ziehen ließ und plötzlich knauserig wird. Auch der Nachfolger von Trainer Carlo Ancelotti, Leonardo, gilt als Billiglösung. «Er ist der richtige Mann», betonte Club-Chef Berlusconi vor dem Auftaktspiel in Siena, bei dem der niederländische Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar im Sturm wegen einer Sperre fehlen wird. Die Tifosi aber zweifeln am Beginn einer neuen Ära. Anders als Milan traut man dem AS Rom eine Überraschung zu. Obwohl der frühere Club Rudi Völlers von Schulden fast erdrückt wird und seit langem zum Verkauf steht, stemmt sich das Team um Kapitän Francesco Totti gegen den Absturz. Superstar Totti will mit «Roma» ganz oben mitspielen und schließt dann auch ein Nationalmannschafts-Comeback für die WM 2010 in Südafrika nicht mehr aus. Inter-Coach Mourinho hält die Römer, beim FC Genua in die Saison starten, sogar für seinen härtesten Rivalen und warnt: «Vorsicht vor dem AS Rom!»
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