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Vertrag über Staatsfußball in Argentinien

Buenos Aires (dpa) - 21.08.2009, 08:55 Uhr

Maradona (r) überreicht Präsidentin  Kirchner zur Vertragsunterzeichnung ein Trikot.
Maradona (r) überreicht Präsidentin Kirchner zur Vertragsunterzeichnung ein Trikot.

Die künftige Finanzierung des hoch verschuldeten argentinischen Profi-Fußballs durch den Staat ist vertraglich festgeschrieben worden.

Kabinettschef Aníbal Fernández und der Präsident des nationalen Fußballverbandes AFA, Julio Grondona, unterzeichneten den Vertrag bei einer feierlichen Zeremonie in Anwesenheit der Präsidentin Cristina Kirchner und des Nationaltrainers Diego Maradona. Die Vereinbarung sieht vor, dass der Staat während der kommenden zehn Jahre jährlich 600 Millionen Pesos (110 Millionen Euro) für die exklusiven Fernsehübertragungsrechte zahlt. Das ist fast doppelt so viel wie der vom AFA aufgekündigte Vertrag mit dem privaten Sender TSC vorsah.

«Die Haltung der Regierung war immer eindeutig. Wir waren überzeugt, dass es unsere Pflicht ist, allen Argentiniern, vor allem denen, die nicht (fürs Fernsehen) bezahlen können, den Zugang zu ihrem bevorzugten Sport zu ermöglichen», sagte die Präsidentin. Zugleich brachte die Regierung der regierungskritischen Mediengruppe «Clarín» eine herbe Niederlage bei, die an dem bisherigen Rechteinhaber TSC beteiligt ist.

Die Spiele sollen künftig landesweit per Antenne und für jedermann gratis vor allem über den staatlichen Sender «Canal 7» zu empfangen sein. Angesichts des Einstiegs des Staates in den Fußball hatte die AFA bereits angekündigt, dass die Spiele der 1. Liga nun doch am 21. August nach einwöchiger Verzögerung beginnen können.

Die Verwendung von Staatsgeldern für den Fußball ist angesichts der wieder steigenden Armutsrate und der Wirtschaftskrise nicht unumstritten. Ob die Summen für die Übertragungsrechte durch Werbeeinnahmen wieder hereingeholt werden können, ist offen. Dennoch äußerte sich Kirchner schon zur Verwendung möglicher Überschüsse aus Werbeeinnahmen. Diese sollten zu gleichen Teilen dem Fußball und den olympischen Sportarten zu Gute kommen.


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