Ritterschlag vom Idol: «Messi mein Maradona»
Buenos Aires (dpa) - 28.07.2009, 12:58 Uhr
Diego Armando Maradona (r) 2005 in Buenos Aires mit Lionel Messi.
Ritterschlag von der «Hand Gottes»: zehneinhalb Monate vor Beginn der WM ist der Argentinier Lionel Messi von seinem Landsmann und Nationaltrainer Diego Maradona zum neuen und einzigen Hauptdarsteller auf der Fußball-Weltbühne erhoben worden. «Messi ist mein Maradona. Es gibt keinen wichtigeren Spieler als Messi», sagte «Dieguito» der argentinischen Sportzeitung «Olé». Messi und der beim FC Liverpool spielende defensive Mittelfeldmann Javier Mascherano seien seine einzigen Stammspieler. Maradona, der für viele als bester Fußballspieler der Geschichte gilt, geriet ins Schwärmen: «Der Ball klebt an seinem (Messis) Fuß, er ist Teil seines Körpers.» Dies habe er bei keinem anderen Spieler so erlebt. Mit Messi im Team sei alles leichter. Der 22-Jährige des FC Barcelona müsse als Rechtsaußen eingesetzt werden, denn so könne er am besten die Gegenspieler schwindlig dribbeln. «Er wird ganz locker die Nummer Eins», ist der Weltmeister von 1986 überzeugt.
Der Coach der «Albicelestes», der seinen langjährigen Drogen-Konsum beklagte («dachte, ich sei der Herr der Welt, dabei war ich ein Idiot») sieht aber nicht alles durch die rosarote Brille: Messi müsse noch ein besserer Stratege auf dem Feld werden, nicht immer wieder für 5 oder 10 Minuten «aus dem Spiel verschwinden» und vor allem seine Mitspieler ab und zu mal auch anschnauzen. «Aber das kommt alles mit der Erfahrung», ist Maradona überzeugt. Auf die Erfahrung eines anderen Traumfußballers will der Trainer aber verzichten. Er werde den nach öffentlicher Coach-Kritik zurückgetretenen Spielmacher Juan Román Riquelme ungeachtet der Vermittlungsinitiative von Verbandsboss Julio Grondona nie mehr berufen. Selbst dann nicht, wenn Riquelme bei den derzeit in München weilenden Boca Juniors wieder glänzen sollte. «Der Nationalelf kann man nicht absagen. Wer nicht dabei sein will, soll zu Hause bleiben». Dabei weiß Maradona, dass die Lage der «Gauchos» alles andere als bequem ist. «Wir sind noch nicht für die WM qualifiziert». Argentinien belegt im Quali-Turnier nur Platz vier, der am Ende das letzte Direkt-Ticket für Südafrika vergibt. Nach dem Heim-Duell gegen den Erzrivalen Brasilien (5. September) stehen schwere Begegnungen gegen Paraguay, Uruguay und Peru auf dem Programm. Er habe Beklemmung, weil er so wenig trainieren könne. Dafür telefoniere er mit seinen in Europa lebenden Stars sehr viel. Aber mit Messi sei das nicht einfach, sagte Maradonna. «Es ist leichter, mit (US-Präsident) Obama zu sprechen».
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