Für eine Sensation sorgten die Verantwortlichen der Mannschaft der Kabulbank, als sie kürzlich zwei Spieler aus Russland verpflichteten. Bei der Bank arbeitet die Mehrzahl der Nationalspieler. Andere spielen für die Army, die Mannschaft der Universität oder bei kleineren Clubs, die noch nicht einmal Spesen bezahlen können. Den Unterbau für den Fußball liefert die Jugend, die äußerst erfolgreich ist. So belegte die afghanische U-14 zuletzt bei einem internationalen Turnier in Teheran den zweiten Platz. Um noch mehr für den Nachwuchs zu tun, hat Generalsekretär Ali Askar Lali kürzlich angeregt, eine Straßenfußball-Liga zu starten. Lali gehörte zu den Pionieren des deutschen Projekts im Rahmen der Entwicklungshilfe, ehe er zum Generalsekretär des Verbandes aufstieg. Erfolgreich hat sich auch der Frauenfußball entwickelt, der vom deutschen Projekt im Jahr 2003 ins Leben gerufen wurde. Aus Sicherheitsgründen finden Spiele bis heute nur im Großraum Kabul statt, immerhin mit 1000 Aktiven. Eine Reise nach Berlin war für die besten Mädchen eine unvergessene Belohnung. Dank einer Finanzspritze aus Deutschland - in Neu-Isenburg hatten Ex-Profis wie Ronald Borchers ein Benefizspiel veranstaltet und den Erlös über den DOSB nach Afghanistan weitergeleitet - fand zuletzt ein Jugendturnier mit acht Mannschaften unter dem Slogan «Keine Macht den Drogen» statt. Der Austragungsort, die Provinz Uruzgam in Zentral-Afghanistan, ist Zentrum des Drogenanbaus. Die Veranstaltung kam an. Vor allem: Es blieb friedlich. «Auf die Deutschen ist immer Verlass», sagt Verbandspräsident Karim.
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