Johannesburg (dpa) - 08.07.2009, 13:51 Uhr
In Südafrika bedroht ein unbefristeter Streik im Baugewerbe die rechtzeitige Fertigstellung einiger Projekte für die Fußball-WM 2010. Der im Rahmen eines Tarifkonflikts ausgerufene Ausstand von rund 70 000 Bauarbeitern hatte am 8. Juli begonnen.
In Durban kamen nach Gewerkschaftsangaben nicht nur die Arbeiten am neuen Moses Mabhida-Stadions, sondern auch am neuen Flughafen La Mercy sowie der Hafenerweiterung zum Stillstand. Auch an anderen Orten versammelten sich die Arbeiter vor den Stadion-Neubauten.
Betroffen ist auch die für die WM geplante Schnellzugverbindung zwischen Johannesburgs OR Tambo-Flughafen und dem Vorort Sandton (Gautrain). Die Branche fordert Lohnerhöhungen von 13 Prozent, die Bauindustrie hat zuletzt 10,4 Prozent geboten, was in etwa der jährlichen Inflation entspricht. Ein Gewerkschaftssprecher betonte, es gehe bei dem Streik auch darum, dass 2010 kein Bauarbeiter mehr weniger als 4000 Rand (357 Euro) pro Monat verdiene.
Kapstadts Stadtverwaltung zeigte sich zuversichtlich, dass der Ausstand schnell beigelegt werden könne und das neue Greenpoint- Stadion bis zum geplanten Übergabetermin an die FIFA Mitte Dezember fertiggestellt sei. Es ist nach Medienangaben bisher zu 75 Prozent vollendet. Südafrika modernisiert für die WM fünf Stadien, von denen vier bereits fertiggestellt sind. Bei den fünf WM-Neubauten sind nur die Arbeiten für die Arena in Port Elizabeth beendet. Alle anderen Stadien sind zwischen 80 und 85 Prozent fertiggestellt.