Ronaldo verzaubert Real: Rekord und volle Kassen
Madrid (dpa) - 07.07.2009, 14:40 Uhr
Cristiano Ronaldo ist von der Kulisse der 80 000 Fans im Stadion sichtlich angetan.
Beim Anblick der imposanten Kulisse bekam selbst Cristiano Ronaldo weiche Knie. Als der 24-jährige Fußballstar bei seiner offiziellen Vorstellung in Real Madrids Bernabéu-Stadion von rund 80 000 Fans umjubelt wurde, musste er zunächst nach Worten ringen. «Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Für mich ist ein Kindheitstraum wahr geworden», sagte er schließlich. Als er die Fans dann aufforderte, mit ihm Reals Schlachtruf «Hala, Madrid» (Vorwärts, Madrid) einzustimmen, hatte der teuerste Kicker der Welt das Publikum schon in seiner Tasche. Seinem neuen Club bescherte der Portugiese zugleich den ersten Rekord: Nie zuvor hatte ein Fußballer bei seiner Präsentation so viele Menschen versammelt. Die Bestmarke hielt bisher der Argentinier Diego Armando Maradona, der 1984 von etwa 70 000 Fans beim SSC Neapel begrüßt worden war. Allerdings mussten die Tifosi damals Eintritt bezahlen, die Vorstellung Ronaldos bei den «Königlichen» war frei. Zudem lässt der Flügelflitzer aus Madeira bei Real bereits die Kassen klingeln: Mehr als 5000 Trikots mit der Rückennummer «9» wurden nach Medienberichten vom Dienstag schon verkauft - à 80 Euro das Stück.
Auch dies ist für Real ein Grund, die astronomischen Summen des «Jahrhunderttransfers» zu verteidigen: Der Weltfußballer des Jahres 2008 kostete 94 Millionen Euro, verdient in den kommenden sechs Jahren 13 Millionen Euro netto pro Saison und soll mit einer Ablösesumme von angeblich einer Milliarde Euro vor einkaufslustigen Ölscheichs geschützt werden. Die Clubführung und auch der Ausrüster adidas hoffen, dass Ronaldo an die Zahlen David Beckhams herankommt, der in seiner ersten Saison beim spanischen Rekordmeister satte 300 000 Trikots verkaufte und allein damit schon für Millioneneinnahmen sorgte. «Mit Cristiano Ronaldo ist einer jener auserwählten Fußballer zu Real Madrid gekommen, der die Fans in aller Welt zu begeistern vermag», sagte Vereinsboss Florentino Pérez. «Die Fans werden Dir alles geben. Sie werden Dir aber auch alles abverlangen», warnte er in Richtung des 24-Jährigen, der auf einem grünen Podest von den neun Europapokal-Trophäen des Clubs und den Fußballlegenden Eusébio und Alfredo di Stéfano flankiert wurde. Letzterer spielte bei Real einst ebenfalls mit der «9». Ronaldo hatte sich wie zuvor bei Manchester United eigentlich die «7» gewünscht, die auch so schön zu seiner Modemarke «CR7» passt. Doch diese Rückennummer gehört Kapitän Raúl. So wird Ronaldo bei den «Königlichen» fortan als «CR9» abgekürzt. Dass er noch einiges über seinen neuen Verein lernen muss, bewies er bei seiner ersten Pressekonferenz. Als er nach Madrids Cibeles- Brunnen gefragt wurde, musste er passen. «Ach ja, da möchte ich auch hin», sagte er, nachdem ihm jemand zugeflüstert hatte, dass Spieler und Fans dort traditionsgemäß jeden neuen Real-Titel feiern. Zunächst wird aber mit Spannung Ronaldos Debüt erwartet. Dieses ist für den 26. Juli beim sogenannten Peace Cup im Bernabéu-Stadion geplant.
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